Lüdinghausen
Umsatz steigt - Erlös sinkt

Freitag, 28.05.2010, 20:05 Uhr

Lüdinghausen - Die 76. ordentliche Generalversammlung der Viehvermarktungs-Genossenschaft VVG Lüdinghausen wird in die Geschichte eingehen, denn es war die letzte dieser Art, nachdem zum 1. Januar 2010 die Fusion mit der VVG Selm-Ascheberg erfolgt ist.

In seiner Begrüßung hieß der Aufsichtsratsvorsitzende Bernhard Kuhlmann unter den zahlreichen Gästen und Mitgliedern ganz besonders den stellvertretenden Bürgermeister Jo Weiand sowie Dr. Karl-Heinz Tölle , Chefredakteur des Landwirtschaftlichen Wochenblattes, im Landhaus Hönnemann willkommen. Bürgermeister Jo Weiand nannte die VVG in seinem Grußwort einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Stadt, die im Gegensatz zu vielen anderen Betrieben eine positive Bilanz aufweise.

Von einem aufregenden und ereignisreichen Jahr 2009 sprach Geschäftsführer Walter Hellermann in seinem Lagebericht. Die Weltfinanzkrise habe den Landwirten das Geschäft vermasselt. Im Jahr 2009 wurden in der VVG und der GmbH 885 803 Stück Vieh mit einer Summe von 110 Millionen Euro umgesetzt. Die Stückzahl stieg zwar um 9,4 Prozent, der Erlös ging aber linear um etwa fünf Prozent zurück. „Wir profitieren in unserer Genossenschaft von der jahrelangen Arbeit im Aufbau der Ferkelerzeugung in unseren Mitgliedsbetrieben. Das hat dazu beigetragen, dass wir unsere Marktposition weiter ausbauen und der Wirtschafts- und Finanzkrise trotzen konnten“, sagte Hellermann, der die Fusion mit der VVG Selm-Ascheberg eine weitreichende Zukunftsentscheidung nannte. Einen Schlüssel zum Erfolg für den guten Start sah Hellermann in den motivierten Mitarbeitern.

Den umfangreichen Jahresabschluss 2009 legte Prokurist Bernhard Altenbockum den Mitgliedern vor. Der VVG gehörten zum 31. Dezember 2009 438 Mitglieder mit 1445 Geschäftsanteilen an. Das Geschäftsguthaben der Mitglieder beträgt 668 300 Euro, das Eigenkapital der Genossenschaft 1,6 Mio. Euro. Der Gewinn nach Steuern betrug 250 000 Euro. Davon erhalten die Mitglieder eine Rückvergütung von 100 000 Euro und eine Dividende von 3,5 Prozent auf die Geschäftsguthaben von 20 000 Euro. Das Eigenkapital erhöhte sich um 225 000 Euro.

Karl-Heinz Beuers lobte im Tätigkeitsbericht des Aufsichtsrates die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand und dankte der Geschäftsführung und den Mitarbeitern für den hohen persönlichen Einsatz. Nachdem Theo Schulze Uphoff den Bericht über die gesetzliche Prüfung verlesen hatte, stimmte die Versammlung der Feststellung des Jahresabschlusses und der Beschlussfassung über die Verwendung des Jahresüberschusses 2009 ebenso einstimmig zu wie der Gewinnverteilung. Auf Antrag von Theo Thiering wurden Vorstand und Aufsichtsrat mit großer Mehrheit entlastet. Bernhard Kuhlmann und Jochen Farwick wurden einstimmig in den Aufsichtsrat wiedergewählt.

„Chancen der Familienbetriebe am Veredelungsstandort Westfalen “ hatte Dr. Karl-Heinz Tölle sein Referat überschrieben. „Bei Wahrung gleicher Rahmenbedingungen sind die Chancen für Familienbetriebe gut, zumal in Westfalen die Nähe zum Markt ein Vorteil ist. Förderung des Biogasbooms ja, doch darf das nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Die Veredelungsbetriebe haben dagegen kaum Chancen. Nachteile bringt die Flächenknappheit im Westen Westfalens für diese Betriebe mit sich“, so Tölle, der an Hand von Zahlen aufzeigte, wo der Strukturwandel in der Landwirtschaft bis 2050 hingeht. Auf Grund technischer Möglichkeiten werden die Erträge erheblich steigen.

„2009 war für uns ein ganz besonderes Jahr, bedingt auch durch die Fusion. Nach dieser Generalversammlung wird durch die Eintragung ins Genossenschaftsregister die Fusion auch offiziell wirksam“, sagte der Vorstandsvorsitzende Anton Holz zum Abschluss der harmonischen Versammlung, die mit einem gemeinsamen Abendessen ihren Ausklang fand.

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