Lüdinghausen
Einiges in Sicherheit investiert

Mittwoch, 06.10.2010, 17:10 Uhr

Lüdinghausen - Nicht nur der Name des Betriebes hat sich geändert, aus der DKV wurde „Euro-Alkohol“, auch auf dem Betriebsgelände an der Bahnhofstraße hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Diese baulichen und technischen Veränderungen nahm die Feuerwehr Lüdinghausen zum Anlass für ihre jährliche Übung am Dienstagabend. Unterstützt wurden die beiden Löschzüge durch das Deutsche Rote Kreuz .

Die Übungsidee bestand darin, dass es bei einem Abfüllvorgang eines Tanklastzuges an der modernsten Abfüllanlage in Europa zu einem folgenschweren Unfall kommt. Das Szenario: Durch einen technischen Defekt an der neu errichteten Abfüllstation läuft das Produkt aus dem Tanklastzug über. Der ausgelaufene Alkohol verteilt sich über das komplette Fahrzeug und entzündet sich am heißen Motor. Es läuft so viel Alkohol aus, dass es rund um den Steuerstand der Abfüllstation brennt. Ein Mitarbeiter kann zwar den „Not-Aus“ für die Abfüllanlage betätigen, wodurch der Abfüllvorgang zwar unterbrochen wird, der Tanklastzug steht aber in Flammen.

Drei Mitarbeiter retten sich vom oberen in den unteren Bereich des Steuerstandes, sind aber durch den Flüssigkeitsbrand dort gefangen. Ein zweiter Lkw, der gerade in die Abfüllstation fahren will, setzt hektisch zurück und fährt in den Gefahrstoffcontainer. Der Fahrer des zweiten Lastzuges verlässt sein Fahrzeug, drückt den angrenzenden Handfeuermelder und bringt sich in Sicherheit. Die in der Nähe stehenden Waggons sind zum Teil mit Alkohol gefüllt.

Durch die neue Brandmeldeanlage, die direkt mit der Leitstelle in Coesfeld verbunden ist, wird die Feuerwehr alarmiert. Währenddessen beginnt die Betriebsfeuerwehr aus sicherer Entfernung mit der Kühlung der Waggons. Gleichzeitig werden Schaummittelbehälter zu den Einsatzstellen gebracht.

Der Löschzug Lüdinghausen kümmerte sich sofort um die Rettung der Menschen und unternahm einen Schaumangriff. Die neue Sprinkleranlage an der Abfüllstation wurde eingespeist. Sie bestand am Dienstag ihren ersten Test. Der Löschzug Seppenrade kam über die Olfener Straße auf das Betriebsgelände und unterstützte die Brandbekämpfung. Das DRK Lüdinghausen versorgte und betreute die verletzten Personen.

Bei der abschließenden Manöverkritik im Landhaus Hönnemann wurden die Teilnehmer der Übung von „Euro-Alkohol“-Geschäftsführer Paul-Josef Meyer begrüßt. Gregor Bornemann, technischer Leiter bei dem Unternehmen stellte die Übungsidee und die baulichen Veränderungen noch einmal vor.

„Wir haben gesehen, dass hier einiges zur Sicherheit investiert wurde“, sagte Wehrführer Günter Weide. Dieses Szenario wäre mit zwei Löschzügen im Ernstfall kaum zu bewältigen gewesen. Die Zusammenarbeit mit dem DRK und das erstmals umgesetzte Funkkonzept hätten sich bewährt. Willi Schürmann nannte in seinem Beitrag derartige Übungen wirkungsvoll. Dadurch würde sich vieles automatisieren. Er zeigte sich erfreut, dass Mitglieder des Jugendrotkreuzes Erfahrungen sammeln und Kontakte mit den Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr knüpfen konnten.

Der Nachwuchs der beiden Organisationen war ebenso aufmerksamer Beobachter der Übung wie Ordnungsamtsleiter Michael Pieper, der stellvertretende Bürgermeister Jo Weiand sowie Vertreter der Polizei und der Bezirksregierung in Münster. Vor dem gemeinsamen Abendessen wurden durch Wehrführer Günter Weide, Lea Klüter, Jan-Philip Kahlhoff, Jörgen Müller und Christian Wiechmann in die Jugendfeuerwehr und Jonas Greiwe aus dem Feuerwehrnachwuchs offiziell als Feuerwehrmann in die aktive Wehr aufgenommen.

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