Lüdinghausen
Gelber Engel am Kamener Kreuz

Montag, 29.08.2011, 21:08 Uhr

Lüdinghausen - Je weniger Ablenkung , desto sicherer? Das war zumindest lange das Credo, wenn über die Gestaltung von Autobahnen debattiert wurde. Die Folge: Deutsche Autobahnen bestechen vor allem durch Monotonie. Für das Image der Republik ist das nicht gerade ein Pluspunkt: Wenn die Skandinavier für ihren Sommerurlaub in Europas Süden die deutschen Straßen befahren, nehmen sie außer dem Eindruck grauen Asphalts nicht viel vom Land mit. Nun soll sich das ändern: „Zu viele Reize sind schlecht, aber zu wenig Reize sind auch schlecht“, fasst Michael Heinze aus dem NRW-Verkehrsministerium psychologische Erkenntnisse zusammen.

In Lüdinghausen werden diese Erkenntnisse momentan in die Praxis umgesetzt. In der Metalldesign-Manufaktur Polenz entsteht ein Kunstwerk, das schon bald das Kamener Kreuz schmücken wird. Der „Gelbe Engel“ entsteht nach einem Entwurf des Lüdinghauser Künstlers Alfred Gockel . Mit großformatigen Stahlskulpturen hat Jürgen Polenz besondere Erfahrung. Das Kunstwerk "Yes we can" der in Paris lebenden Bildhauerin Terry Haass stammt aus seiner Werkstatt. Er hat es der Stadt Lüdinghausen gestiftet. Es steht im Kreisverkehr an der Seppenrader Straße.

Mit dem „Gelben Engel“ kamen auf Gockel und die Firma Polenz einige statische Herausforderungen zu: Acht Engel aus Stahlplatten halten einen Rettungshubschrauber über ihren Köpfen - einen echten. Damit die fast fünf Meter hohen Stahlengel das Gewicht überhaupt tragen können, wurde das Flugzeug entkernt. Nun bringt es noch 1,3 Tonnen auf die Waage. „Die Stabilität erhalten wir vor allem durch die Formung der Bleche“, erklärt Jürgen Beine, Projektleiter bei Polenz. „Wir arbeiten mit Cortenstahl“, fügt der Künstler hinzu. „Innerhalb eines halben Jahres setzt der Rost an, dann stoppt der Rostprozess“ - und der „Edelrost“ bildet eine schützende Patina. „Das steht in besonderem Kontrast zum leuchtenden Hubschrauber“, schwärmt Beine. Warum nun aber ein Hubschrauber? Da hatte der ADAC seine Finger im Spiel, der die Skulptur sponsert. „Das ist das gleiche Modell wie aus der ADAC Luftrettung“, beschreibt Günter Trunz vom ADAC Westfalen. Der Hubschrauber soll Assoziationen mit der Rettung von Menschen hervorrufen, die Verantwortlichen des Projekts wünschten sich ausdrücklich einen positiven Reiz für die Vorbeifahrenen.

Das Schneiden der Engelfiguren ist bei Polenz zur Zeit in vollem Gange. In der Nacht auf den 9. September (Freitag) wird die Skulptur dann aufgestellt.

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