Lernen von den Schweden
Berufskolleg-Lehrer und Erzieherinnen unternahmen Informationsreise nach Älmhult

Lüdinghausen -

Lehrerpult und Schreibtischsessel tauschte Rudolf Hege am vorvergangenen Sonntag gegen ein etwas anderes „Arbeitsgerät“ aus. Der Leiter des Richard-von-Weizsäckers-Berufskollegs klemmte sich hinter das Steuer eines Bullis, um sich und sechs Frauen nach Schweden zu kutschieren. Die Gruppe war allerdings nicht als Hippiekommune unterwegs – Hege, drei seiner Lehrerinnen sowie drei Erzieherinnen der Lüdinghauser Kindergärten St. Stephanus und St. Monika – wollten sich drei Tage lang vor Ort über den Erziehungsalltag an Kindertagesstätten und Grundschulen im südschwedischen Älmhult informieren.

Sonntag, 23.10.2011, 15:10 Uhr

Der Hintergrund: Vor zwei Jahren ist das Lüdinghauser Berufskolleg, das bekanntlich den Status einer Europaschule genießt, eine Partnerschaft mit dem Beruflichen Gymnasium Haganässkolan in Älmhult eingegangen. Seitdem reisten mehrmals angehende Erzieherinnen und Erzieher in die südschwedische Stadt, um dort – vermittelt vom Haganässkolan-Gymnasium – in Kindertagesstätten kleine Kinder zu betreuen.
Nun wollten Hege und seine Begleitung sich selbst vor Ort ein Bild von der schwedischen Erziehungspraxis machen. Mit im Bulli: Christine Köhler und Antje Zeis, beide im EU-Team des Berufskollegs, das für die Kontakte mit den Partnerschulen zuständig ist, Elisabeth Tintrup, Lehrerin für Sozialpädagogik am Berufskolleg sowie die drei Kindergarten-Erzieherinnen Carola Raak (Stephanus), Mareike Schotte und Daniela Ueing (beide St. Monika ).
Je zehn Stunden waren die Sieben hin und zurück unterwegs. Doch es hatte sich offenbar gelohnt: Begeistert und mit vielen neuen Erkenntnis kehrten die Sieben am Mittwoch wieder in die Steverstadt zurück.
In Älmhult hatten sie mit Absolventen der Partnerschule gesprochen, die sich für ein Praktikum an Kindergärten in Lüdinghausen und Seppenrade interessieren. Kernpunkte des Besuchsprogramms war jedoch der Besuch vieler Kindertagesstätten und Grundschulen.
„Es geschieht alles in großer Offenheit und Gelassenheit“, war Rudolf Hege von den schwedischen Erziehungsmethoden beeindruckt. Nicht nur der Personalschlüssel sei förderlicher als in Deutschland – an manchen Kindergärten in Älmhult kämen 16 Kinder auf einen Pädagogen – , sondern auch die Räumlichkeiten. „In manchen Klassenzimmern fühlt man sich wie in einem großen Wohnzimmer“, meinte Carola Raak vom Stephanus-Kindergarten.
Auch inhaltlich nahm das Septett aus dem Münsterland neue Erkenntnisse mit – sei es über die schwedische Erlebnispädagogik, interkulturelle Arbeit mit den Kindern, die von den Erziehern gepflegten Bildungsdokumentation und die mathematische Frühförderung. Letztere wird in Älmhult auch gerne in die Natur eingebettet: „Zählen lernen kann ich auch mit Steinen im Wald“, zitiert Erzieherin Raak eine schwedische Kollegin.
Das Fazit von Kollegleiter Hege: „Da lohnt es sich wirklich, zehn Stunden Autofahrt in Kauf zu nehmen, um dort vor Ort zu lernen und dann inspiriert wieder nach Hause zu kommen.“

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