Anspruchsvolle Werke intoniert
Westfälischer Kammerchor Münster im Kapitelsaal gefeiert

Lüdinghausen -

Selten hat man im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen einen derart hochkarätigen Chor hören können: Der Westfälische Kammerchor aus Münster war am Sonntagnachmittag in der Steverstadt zu Gast und hat dort seine „Klangmarke“ hinterlassen – ein bemerkenswertes A-cappella-Konzert, das die zahlreich erschienenen Besucher zu wahren Beifallsstürmen hinriss. Auf dem Programm dieses absoluten Spitzenensembles standen 16 bekannte, aber auch hier eher unbekannte Advents- und Weihnachtslieder, die auch nicht immer „leicht“ daher kamen.

Mittwoch, 21.12.2011, 08:12 Uhr

Eine besondere Schwierigkeit meisterte der Chor sehr souverän: Die Erkrankung des langjährigen Leiters Markus Föhrweißer wurde nicht zur „Tragödie“, denn er hatte seinen Chor offensichtlich auf höchstes stimmliches Niveau präpariert, so dass an seiner Stelle Chormitglied Johannes Krabbe meisterlich die Leitung des nunmehr seit 33 Jahren bestehenden Ensembles (20 Sängerinnen, elf Sänger) übernehmen konnte. Längst weit über die Grenzen Westfalens hinaus bekannt, kultiviert der Westfälische Kammerchor einen Chorklang, der seinesgleichen sucht. Besondere Beachtung und Anerkennung hat er sich mit der Interpretation anspruchsvoller Chorwerke des 19. und 20. Jahrhunderts erworben.

Mit Felix Mendelssohn Bartholdys „Lasset uns frohlocken“ und der Zeile darin „Es naht der Heiland“ war die Einstimmung auf das kommende Fest perfekt. Auf feinste gestalterische Weise wurden sogar Nuancen der Stimmführung vom Chor umgesetzt. Weiter ging es mit „Unser lieben Frauen Traum“ von Max Reger. Seine Kompositionen werden als technisch sehr schwer beschrieben und das in einem Maße, dass es Interpreten eher abschreckt.

Umso erstaunlicher, mit welcher Leichtigkeit die Sängerinnen und Sänger die anspruchsvollen Sätze des Stückes von dem Komponisten aus der Oberpfalz darbrachte. Das anspruchsvolle „Ave Maria“ von Bruckner erklang in ergreifender Reinheit. Der Chor souverän in der Abstimmung der Einsätze und perfekt in der Tonlage.

In der Mitte des Konzerts realisierte der Chor in einer Art Schwebezustand von präziser Artikulation und vokaler Leichtigkeit das zeitgenössische Stück „O nata lux“ (Morton Lauridsen). Mit der Zugabe „Es ist ein Ros‘ entsprungen endete das Konzert, dessen Wirkung sich wohl keiner der zahlreichen Konzertbesucher entziehen konnte. Üppiger Applaus für die musikalische Leistung dieses Ausnahme-Chor war die Folge.

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