Einladung der Försterin Stefanie Grevelhörster
Waldwanderung um Burg Vischering

Lüdinghausen -

Bereits der schmale Weg vom Parkplatz in den Wald spricht alle Sinne an. Die Frühlingssonne sucht sich den Weg durch den morgendlichen, noch leichten Dunst. In den Zweigen der Weiden zwitschern die Singvögel, lassen sich kaum von den vorbeiflanierenden Spaziergängern beeindrucken. Erst im letzten Moment unterbrechen sie kurz das Konzert, suchen sich höher gelegene Sitzplätze, schon wird das Singspiel wieder fortgesetzt. Und in der lauen Luft liegt der angenehm süßliche Duft der Pappelblüten.

Montag, 16.04.2012, 09:04 Uhr

Einladung der Försterin Stefanie Grevelhörster  : Waldwanderung um Burg Vischering
Stefanie Grevelhörster hatte die interessierten Waldwanderer um sich versammelt. Gemeinsam wurden am Samstag die Gehölze im Schatten der Burg Vischering erkundet – immer dabei Labrador-Hündin Bente. Foto: hh

So romantisch es auf den ersten Blick wirkt, der Weg führt zielgerichtet ins „Elend“. Just dorthin führte am Samstag Försterin Stefanie Grevelhörster gemeinsam mit ihrer Labrador-Hündin Bente ihre Lüdinghauser Mitwanderer. Bereits zum zweiten Mal hatte die Mitarbeiterin des Forstamtes der Droste zu Vischering zur Erkundung der näheren Umgebung eingeladen. Wie bei der Premiere traf sie auch in diesem Jahr wieder auf eine breite Resonanz bei ihren Mitbürgern, die ihr gerne auf ihrer Tour durch das Gehölz im Schatten der Burg Vischering folgten.

Kaum am Waldesrand angekommen wartet auch schon die erste Ernüchterung: nichts mit Idylle, Erholung oder gar Romantik. „Was momentan in der Natur abläuft, ist für die Waldbewohner Stress. Lauthals werden hier Territorien abgesteckt, der beste Nistplatz für sich auserkoren, ein Weibchen gesucht und gefunden – eben der ganz normale Konkurrenzkampf um die wenigen freien Flächen zum Leben, zum Energietanken und um die Familie ernähren zu können“, erklärt die Fachfrau und zeigt sodann auf die zarten Pflanzen am Waldboden.

Diese müssen sofort mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen mit ihrem Wachstumsprozess loslegen. Wenn erst einmal die nebenan stehenden Bäume wieder ihr Blätterdach ausgebildet haben, ist es bereits zu spät. Dann kommt keiner der lebenswichtigen Lichtstrahlen mehr am Boden an.

So unscheinbar die kleinen Blumen entlang der Wege auch sein mögen, für die fachkundigen Forstwirte ist ihre Aussagekraft enorm: Wie ist der Boden beschaffen? Ist er zu feucht, zu trocken? Ist er arm an Nährstoffen? All das können Förster wie Försterinnen direkt von den Pflanzen am Boden lesen. Ihre Mitreisenden kleben Stefanie Grevelhörster an den Lippen und lauschen den Informationen, freuen sich über die neuen Sichtweisen.

Groß und Klein auf einer gemeinsamen Entdeckungstour, dabei sind es nicht nur die jungen Forscher, die mit besonders offenen Augen durch den Wald gehen, Tannenzapfen suchen, das alte herabgefallene Laub genau unter die Lupe nehmen und beim Einpflanzen der beiden Bäume helfen.

Auch im Alltag bereiten die Erholung suchenden Spaziergänger der Försterin wenig Probleme – immer vorausgesetzt alle halten sich an die Spielregeln, bleiben auf den Wegen oder haben ihre Hunde angeleint, die eigentlich lieber alleine durch das Unterholz stöbern würden. „Die Tiere im Wald kennen die Wege, sie haben sich daran gewöhnt, dass entlang der Pfade von den Menschen keineGefahr ausgeht“, so Stefanie Grevelhörster zum Abschluss.

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