Seniorenfußballer haben finanzielles Defizit und suchen neuen Vorstand / Gesamtverein stellt Ultimatum
Union-Kicker in Schieflage

Lüdinghausen -

„Wir wollen reinen Tisch machen. Wir fangen ganz neu an.“ Klare Worte fand Jürgen Bornemann, Vorsitzender des Gesamtvereins Union Lüdinghausen, gestern im Gespräch mit den WN. In Zukunft werde der geschäftsführende Vorstand von Union die Finanzführung der einzelnen Abteilungen „einem ganz starken Controlling“ unterziehen.

Donnerstag, 19.04.2012, 07:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 19.04.2012, 07:00 Uhr
Seniorenfußballer haben finanzielles Defizit und suchen neuen Vorstand / Gesamtverein stellt Ultimatum : Union-Kicker in Schieflage
Ob die Union-Seniorenkicker ratlos oder optimistisch in die Zukunft blicken können, war bei der Mitgliederversammlung mehr als ungewiss. Der bisherige Vorsitzende der Seniorenabteilung, Stefan Schröter (r.) ist zurückgetreten, Werner Stattmann (2.v.r.) hat nur kommissarisch übernommen. In der Mitte der Chef der Gesamt-Fußballabteilung, Ralf Hönicke. Foto: chrb

Anlass ist die offenbar ungeordnete Finanzlage der Fußball-Seniorenabteilung. Dort hat sich in den vergangenen Jahren ein Defizit von 25 000 Euro angesammelt, verursacht vor allem durch das Wegbrechen von Werbegeldern, den Weggang von Sponsoren und die Gehälter für einzelne Spieler der ersten Seniorenmannschaft, die zurzeit in der Bezirksliga um den Aufstieg kämpft. Bei dem aufgelaufenen Defizit handele es sich nur zum Teil um aktuelle Verbindlichkeiten, betonte Bornemann . Da die Spieler zumeist direkt von den Sponsoren bezahlt würden, habe der Gesamtverein die finanzielle Schieflage der Seniorenfußballer erst jetzt bemerken können.

In einer Krisensitzung des Gesamtvorstandes mit den Abteilungsleitern habe man sich letztendlich dazu durchgerungen, dass der Verein Union gemeinsam mit dem Förderverein Fußball für einen Teil der Verbindlichkeiten geradestehe – allerdings unter dem klaren Vorbehalt, dass die Seniorenfußballer in den nächsten zehn Tagen zumindest einen neuen Vorstand finden.

Denn die Abteilung ist momentan führungslos. Der bisherige Vorsitzende der Fußballsenioren, Stefan Schröter, trat auf der Mitgliederversammlung am Dienstagabend aus persönlichen Gründen nicht mehr an. Auch für die anderen Vorstandsposten fanden sich keine Kandidaten. Nun wurde für kommenden Mittwoch (25. April) eine neue Mitgliederversammlung einberufen. Dann, so hoffen Union-Chef Bornemann und Ralf Hönicke , Vorsitzender der Fußball-Gesamtabteilung, sollten sich möglichst viele Mitglieder gefunden haben, um den lecken Kahn der Seniorenkicker langfristig wieder dicht und flott zu bekommen.

„Es ist eine Minute vor zwölf“, sagte Bornemann auf der Versammlung am Dienstagabend. „Wenn das nicht innerhalb der nächsten zehn Tage geklärt ist, fährt der Wagen gegen die Wand.“ Die klaren Worte zeigten offenbar Wirkung: „So viele nachdenkliche Union-Fußballer habe ich selten erlebt“, so wiederum Hönicke nach der Mitgliederversammlung.

Für die finanzielle Schieflage könne allerdings nicht allein der jetzt abgetretene Vorstand der Fußballsenioren verantwortlich gemacht werden, hatte Hönicke während der von teils sehr emotionalen und hitzigen Debatten geprägten Versammlung betont: „Das ist eine sukzessive Entwicklung nicht nur der letzten zwei Jahre.“

Nur am Rande mit dem Defizit der Seniorenfußballer hat die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge für die Fußballer zu tun (künftig zwei Euro monatlich mehr für die Junioren, drei für die Senioren). Mit dieser Maßnahme wollen die Unionisten vor allem den Wegfall kommunaler Fördergelder abfedern und sich ein finanzielles Polster schaffen, um für immer mehr Nachwuchsfußballer gegebenenfalls neue Umkleidekabinen und Plätze zu schaffen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/705344?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F697748%2F703728%2F
Nachrichten-Ticker