Oliver Alfing flog mit 45 Jahre altem Segler von den Borkenbergen nach Papenburg
Oldtimer war in guter Form

Seppenrade -

Oldtimer müssen gelegentlich bewegt werden. Das gilt nicht nur für die Karossen auf vier Rädern, die immer wieder bei Ausfahrten zu bewundern sind. Das gilt auch für Flugzeuge. Oliver Alfing reichte es schon lange nicht mehr, sein „Holzflugzeug“ vom Typ Ka6CR lediglich bei Runden um den Flugplatz Borkenberge an den Start zu bringen.

Freitag, 01.06.2012, 22:06 Uhr

Schon lange wollte er die Leistungsfähigkeit des 1967 gebauten Segelflugzeuges bei einem Überlandflug unter Beweis stellen. Am Pfingstmontag bot sich endlich die Chance: In fünf Stunden und 23 Minuten legte er mit der Maschine 318 Kilometer zurück. Auf seiner Tour war Papenburg der Wendepunkt.

„Vor 45 Jahren stellte die Maschine die Spitze der Entwicklung dar“, erläuterte Gisbert Alfing , Vater des Erfolgs-Fliegers, Mitbesitzer der Maschine und Geschäftsführer der Borkenberge-Gesellschaft, die sportliche Leistung seines Sohnes. Heute bestehen die Fluggeräte dagegen aus Kunststoff und sind regelrechte Hightech-Geräte. Mit einem aktuellen Segelflugzeug die Strecke von den Borkenbergen über Meppen und Lingen nach Papenburg und zurück zu fliegen, sei daher wesentlich problemloser.

Und so war es dann auch, denn Oliver Alfing war nicht allein unterwegs. Andreas Firnges begleitete ihn auf seinem Streckenflug mit einer Segler des Typs Speed Astir.

Diese Begleitung erwies sich für Alfing als wertvoll: Da sein Begleiter über wesentlich größere Langstreckenerfahrung verfügt, bekam der Oldtimer-Flieger unterwegs so manchen Tipp und Ratschlag. Firnges musste allerdings immer wieder die Landeklappen betätigen und „bremsen“, denn sein Flieger war deutlich schneller als die Ka6Cr.

Die Flughöhe des Duos pendelte sich zwischen 700 und 1700 Metern ein. Auf diesem Niveau „hangelten“ sich die Piloten von einer Thermik zur nächsten und freuten sich, wenn sie einen „Bart“ fanden, in dem sie Höhe gewinnen konnten. 15 Kilometer vor Papenburg war der „Bart“ jedoch ab. Wolken und Aufwinde waren nicht in Sicht. Um keine Außenlandung zu riskieren und sich bei der Rückhol-Mannschaft angesichts des Transports per Achse nicht unbeliebt zu machen, wurde der Rückweg angetreten. Um dennoch die 300-Kilometer-Grenze zu knacken, flogen die beiden Segler zum Abschluss noch eine Schleife über Lünen. Auf dem Heimatflugplatz wartete bereits das Empfangskomitee mit einem kühlen Bier. Das hatte sich der Pilot auch redlich verdient.

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