„Dan Barrett‘s Blue Angels“ begeisterten im Kapitelsaal
Musik aus einem verr(a)uchten Club

Lüdinghausen -

Mittwochabend im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen: Sechs professionelle Musiker, die sich international in ihrem Genre etabliert haben, treten ins Rampenlicht und werden von den zum Teil weit gereisten Besuchern begeistert empfangen, die fast alle die 50 „locker“ überschritten haben.

Freitag, 14.09.2012, 18:09 Uhr

„Dan Barrett‘s Blue Angels“ begeisterten im Kapitelsaal : Musik aus einem verr(a)uchten Club
Stimmige Jazzklänge aus der guten alten Zeit zelebrierten die „Dan Barrett‘s Blue Angels“ am Mittwoch im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen. Foto: weze

Die Rede ist von „ Dan Barrett ‘s Blue Angels“, eine Formation, die von dem berühmten amerikanischen Jazz-Posaunisten, Komponisten und Bandleader Dan Barrett (56) angeführt wird.

Mit einem freundlichen Lächeln und einem herzlichen „Guten Abend meine Damen und Herren“ begann Barrett das Konzert mit dem weltbekannten „Royal Garden Blues“ (1919) – ein Jazz-Klassiker komponiert von Clarence und Spencer Williams. Dan Barrett, geboren in Pasadena , Kalifornien , spielte die Posaune bereits als Elfjähriger. In der High School gründete er seine erste Gruppe, die „Back Bay Jazz Band“. Und bereits als 18-Jähriger spielte er zusammen mit der Jazz-Legende Benny Goodman. Er wirkte mit bei den Filmmusiken zu „Cotton Club” und Woody Allens „Mighty Aphrodite“ - viermal füllte er die „Carnegie Hall“.

Das Vorstellen seiner Musikerkollegen und der Stücke erledigte der überaus sympathische Chef der Truppe auf Englisch, was aber wohl für die meisten Zuhörer kein Hindernis war. Vor allem für ihre musikalischen Soli ernteten Barrett (Posaune und Gesang), Moritz Gastreich (Schlagzeug), Chris Hopkins (Piano), Randy Reinhart (Trompete), Engelbert Wrobel (Klarinette und Saxofon) sowie Nico Gastreich (Bass) reichlich Applaus im voll besetzten Kapitelsaal . Mit „Old fashioned Love“ (1944) des Jazzpianisten James P. Johnson ging das Programm weiter und gab Chris Hopkins gleich Gelegenheit, sein Können zu präsentieren. Im Übrigen war aber jedes Ins­trument mit einem Klasse-Instrumentalisten besetzt, der sich perfekt in die unterschiedliche Charakteristik der jeweiligen Jazzsongs einfügte und gekonnt das Beste aus dem „Material“ herausholte. Auch bei „I Want to Be Happy“ interpretierte die Band auf der Burg die Bandbreite von New Orleans bis Swing auf erfrischende Art und Weise, die auch immer wieder zu Zwischenapplaus Anlass gab. Reichtum an kreativen Improvisationen sowie facettenreiches Spiel bei vollem, sattem Klang ließ kein Bein ruhig, überall sah man die Füße im Takt mitwippen. Dank des spielfreudigen Sextetts – alles akustisch „handgemacht“ und ohne Elektronik – wurde es ein tolles Erlebnis beim „Jazz auf der Burg“.

Dass sie in dieser Konstellation nur für eine Tour zusammen spielen, ließen sich die erfahrenen Musiker nicht anmerken: Die teils eingeübten, teils improvisierten Soli gingen perfekt ineinander über, die „Blue Angels“ schienen sich wirklich gut zu verstehen. Und bei den Klängen von „The World is ready for the Sunrise“ oder „The Gipsy“ fühlte man sich direkt in einen verr(a)uchten Jazz-Club in New Orleans versetzt.

Mehr Bilder zum Thema

in den Fotogalerien auf

www.wn.de

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1147208?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F697748%2F1236845%2F
Nachrichten-Ticker