Kultur in Lüdinghausen
Kalauer im Kondomkostüm

Lüdinghausen -

Sie nahmen erst nach und nach Fahrt auf – die „Vier Frauen mit Mumm“, die in der Realschulaula ihre Comedy-Revue „Sekt and the City“ präsentierten. Am Ende war das fast durchweg weibliche Publikum jedoch restlos begeistert.

Freitag, 21.09.2012, 21:09 Uhr

Kultur in Lüdinghausen : Kalauer im Kondomkostüm
Power von und für Frauen servierte das Comedy-Quartett „Sekt and the City“ dem fast rein weiblichem Publikum in der Realschulaula. Foto: weze

Das Ricordo hatte sich für den Donnerstagabend wieder einen „Knaller“ einfallen lassen: Die Comedy-Revue „Sekt and the City“ wurde von vier Damen um die 40 serviert, wobei der Titel gemäß der Fernseh-Serie ruhig „Sex and the City“ hätte heißen können. Denn beides kam hauptsächlich vor und begeisterte das (fast rein weibliche) Publikum in der voll besetzten Realschulaula mehr oder weniger.

Im ersten Teil, der relativ lange brauchte, bis trotz schlechter Witze („Ich hatte wieder Verkehr letzte Nacht, also telefonischen“) Stimmung aufkam – was man noch nicht wissen konnte, als es mit dem Lied „Halt uns nicht auf“ losging.

Bei der Comedy-Revue drehte sich alles um „Vier Frauen mit Mumm“, die allesamt auch wirklich singen können, was besonders im zweiten Teil sehr wichtig war: Da sind Betty LaMinga ( Tanja Haller ) im Tiger-Mini als verruchte Bardame und das ABBA-Agnetha-Like Blondinchen Meike Gottschalk , das ständig von Hollywood träumt und endlich unter die Haube will. Dann ist da die ewig traurige Vanessa Maurischat, die als Einzige echte Gefühle durch ihr Klavierspiel und in ihrem Gesang zeigt, wobei sie mit ihrer kräftigen rauen Stimme überzeugend wirkt.

Helena Marion Scholz hatte die Idee zum Stück und mimt darin die sexsüchtige Neurotikerin in Netzstrümpfen, die im Kondomkostüm ein Loblied aufs Onanieren ausbringt. Ob Frauen so was mögen? Die Frauen schienen häufig erst etwas erschrocken zu sein, vielleicht auch, weil sie jede Situation kennen – oder doch nicht? Denn, wer wusste es schon: „Wie die Frau niest, so ist sie auch im Bett“?

Die Vier in der Show jedenfalls wollen tratschen, jammern, bemitleidet werden und begehrt sein. Dass in der Revue alle gängigen Klischees der Reihe nach geliefert werden, scheint kaum zu stören. Und so wird kräftig mitgelacht bei dem ach so typischen Frauentratsch über schlechten oder gar keinen Sex (mehr) und die Vorteile des Single-Daseins, wenn man (oder frau) so laut pupsen könne, wie man wolle. Es geht um „Sex und Saufen, Liebe und Leiden“, zum Glück aber auch um „das, was wirklich zählt“.

Nach der Pause wird es besser und auch viel dynamischer: Da kommen die vier unglücklichen Damen unter dem Motto „Selbst ist die Frau“ endlich richtig in Fahrt: das Ganze gleicht nun eher einem Musical. Zu der Abba-Musik „Voulez-vous“ gibt es schwungvolle Tanzeinlagen, aber auch Vanessas emotionsgeladene Ballade: „Am Anfang und am Ende sind alle Menschen gleich“. Das Publikum ist nun restlos begeistert und überzeugt, so dass auf jeden Fall noch eine Zugabe her muss – die unter rhythmischem Klatschen das Credo der vier sekt-verliebten Frauen herüberbringt: „Halt uns nicht auf“.

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