Polenz plant umfassende Betriebserweiterung
Magnetisches Ei des Kolumbus

Lüdinghausen -

An der Hans-Böckler-Straße will die Metalldesignmanufaktur Polenz seinen Betrieb auf einem insgesamt 23 000 Quadratmeter großen Gelände ausdehnen. In den nächsten zwei Jahren soll dieses Projekt in Angriff genommen werden.

Freitag, 21.09.2012, 17:09 Uhr

Polenz plant umfassende Betriebserweiterung : Magnetisches Ei des Kolumbus
So stellt sich die Metallmanufaktur das neue Betriebsgelände an der Ecke Hans-Böckler-Straße/Karl-Sonnenschein-Straße vor. Rechts: Magnetisch löst oder schließt Firmenchef Jürgen Polenz das von ihm entwickelte Befestigungssystem. Foto: west

Wie war das noch mal mit dem Ei des Kolumbus? Auf die einfache Lösung für ein kompliziertes Problem muss man erst einmal kommen. Wenn man sie gefunden hat, gibt es den „Aha-Effekt“. Jürgen Polenz hat das Ei des Kolumbus entdeckt. Mit einem magnetischen Halterungs-System gelingt es ihm, unterschiedliche Bauelemente millimetergenau zu platzieren und problemlos auch wieder auszubauen. Die Kundschaft ist begeistert. Kein Wunder, dass sich die Auftragsbücher füllen. Und dieser sich fortsetzende Aufschwung hat mittlerweile Konsequenzen: Die Metalldesignmanufaktur Polenz plant die Erweiterung des Unternehmens innerhalb des Gewerbegebietes Wieschebrink. Auf einer Fläche von 23 000 Quadratmetern sollen neue Produktions- und Verwaltungsgebäude entstehen.

Die Pläne zur Erweiterung des Unternehmens, das derzeit 160 Mitarbeiter beschäftigt, reiften über Jahre. Schließlich musste Jürgen Polenz mit verschiedenen Grundstücksbesitzern ins Reine kommen. Aber in vielen Gesprächen wurde diese Hürde genommen. So wurde bereits die ehemalige Autowaschanlage an der Karl-Sonnenschein-Straße abgerissen, der Schnellimbiss gehört der Vergangenheit an, und die Firma Bohr wird in einen attraktiven Neubau direkt an der Olfener Straße umziehen. Vermutlich in zwei Jahren soll das Projekt in die Tat umgesetzt werden, erläuterte Jürgen Polenz im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten . An den bisherigen Standorten an der Hans-Böckler-Straße – insbesondere am langjährigen Firmensitz – wird die Metallmanufaktur weiterhin präsent bleiben. Aber die Firmenbereiche, die derzeit in den angemieteten Räumen der Firma Kirchhoff untergebracht sind, werden dann natürlich in den Neubau wechseln.

Die Metallmanufaktur ist auf vielen Geschäftsfeldern unterwegs. Vom Schiffsbau bis zum Ladenbau. Letzterer ist derzeit besonders im Fokus. Angesichts der Spezialisierung auf Metallkonstruktionen gestaltet Polenz für ein international tätiges Unternehmen die Ladenlokale – europaweit. Bisher wurden in den europäischen Zentren rund 50 dieser Stores für das Unternehmen mit dem angebissenen Apfel ausgebaut. Das magnetische Lock-System, das sich Polenz patentieren ließ, gab dabei übrigens den Ausschlag für die lukrativen Aufträge. „Die Erfindung ist das eine. Aber man muss sie auch anwenden können“, so Polenz. Und eben diese universelle Anwendung überzeugte das US-Management. Aber auch die Logistik, die dahinter steckt, dürfte sie überzeugt haben. Bis zu 60 000 Einzelteile werden pro Store benötigt. Sämtliche Teile werden in Lüdinghausen produziert, verpackt und auf die Reise geschickt. Und diese Reise wird komplett am Computer überwacht, damit genau die Teile vor Ort eintreffen, die gerade beim jeweiligen Ausbau-Zustand benötigt werden. Das hat zwar Entwicklungszeit gekostet, räumt Polenz ein. Aber: „Vor Ort gibt es kein Durcheinander mehr. Der Ausbau funktioniert reibungsloser.“

Macht einem das rasend schnelle Wachstum des Unternehmen nicht manchmal Angst? Darüber hat sich Jürgen Polenz ebenfalls seine Gedanken gemacht. „Wir haben einen gesunden Kundenkreis und sind nicht von Großkunden abhängig“, so das Ergebnis seiner Überlegungen. Und das große Plus des Unternehmens ist letztlich auch die Innovationsfreude des Chefs. Derzeit wird beispielsweise ein Auftrag abgearbeitet, der mit „Metallbau“ nur am Rande zu tun hat: In der Olfener Filiale werden Koffer mit unterschiedlichen Komponenten bestückt, mit denen in Zentralafrika biometrische Daten erfasst werden. „Ich bin mal gespannt, wie sich dieser Zweig noch entwickeln wird“, hofft Polenz das nächste Ei des Kolumbus entdeckt zu haben.

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