KAKTuS-Literaturkreis thematisierte Tod und Abschied
Der Klang der Trauer

Lüdinghausen -

Vergänglichkeit, Tod, Trauer – niemand denkt gerne über das Finale eines Lebens nach, weder über das eigene Ende, noch über das liebgewonnener Mitmenschen. Also eigentlich ein Tabu-Thema sollte man meinen.

Montag, 29.10.2012, 17:10 Uhr

KAKTuS-Literaturkreis thematisierte Tod und Abschied : Der Klang der Trauer
Kein leichtes Thema –  und dennoch waren viele Zuhörer in den Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen gekommen, um sich dem Thema Tod auf unterschiedlichste Art und Weise zu nähern. Foto: hh

Vergänglichkeit , Tod, Trauer – niemand denkt gerne über das Finale eines Lebens nach, weder über das eigene Ende, noch über das liebgewonnener Mitmenschen. Also eigentlich ein Tabu-Thema sollte man meinen. Doch als der Literaturkreis im KAKTuS den Umgang mit Tod und Trauer in einer eigenen Veranstaltung zu thematisieren suchte, waren bereits im Vorfeld fast alle Eintrittskarten verkauft. Den Anstoß zu diesen Nachmittag gab der 50. Jahrestag zum Tode des Schriftstellers Hermann Hesse , erklärte Christina Meisner vom Literaturkreis. Entsprechend daher der rote Faden der Veranstaltung: „Nimm Abschied und gesunde“ – die Schlusszeile seines „Stufengedichts“. Bereits im Vorfeld stießen die Initiatoren auf offene Türen. Die erste Unterstützung fanden die Kulturschaffenden beim Trauernetz in der Stadt.

Viel Zeit, ihre Arbeit zu erklären, benötigte Trauerbegleiterin Mechthild Reismann nicht. Sie tauchte sofort ins Thema ein und führte die Zuhörer gleich in einen imaginären Trauergarten. „Der Trauer eine Heimat geben“ lautete das Credo ihrer Meditation, mit der sie Trauernden neue Perspektiven für den Abschied aufzeigen will.

Im Kapitalsaal der Burg Lüdinghausen zeigte Dr. Hans Wolfgang Schneider den Anwesenden eindrucksvolle, musikalische Bilder, um die emotionale Wirkung von Glück und Trauer darzustellen. Der Leiter des Musikschulkreises bediente sich der Werke von Claude Debussy und Anton Bruckner, dass nicht nur „Dur“ und „Moll“ Stimmungen ausdrücken können.

Durch ihr Studium kam Designerin Maren Limberg die Idee, sich näher mit diesen Thema zu beschäftigen. Gemeinsam mit ihrer Kommilitonin Anne Nienhaus besuchte sie einen medizinischen Anatomiekurs, um aus künstlerischer Sicht die menschlichen Proportionen genauer kennenzulernen. Davon stark beeindruckt, reifte die Idee, darüber ein Buch zu schreiben. „Memento Mori – Gedenke, dass Du sterblich bist“ lautet der Titel ihrer Arbeit, in der 31 Menschen, die beruflich mit Sterben und dem Tod zu tun haben, ihre Erfahrungen und Gefühle eindrucksvoll skizzieren.

Zu Wort kamen dort ebenso Patienten auf der Onkologischen Station im Uniklinikum in Münster wie auch Menschen mit einer „Nah-Toderfahrung“. Was hat die Autorin besonders beeindruckt? „Es ist die Zeit und der Respekt, die die Menschen dem Toten entgegen gebracht haben.“

Wichtige Aspekte in diesem Diskurs aus Worten, Musik und Bildern zeigten ebenso die beiden Pfarrer Stephan Kreutz und Jochen Reidegeld auf. Reidegeld berichtete von seiner Arbeit auf der Kinderkrebsstation des Uniklinikum Münster, die seinen Glauben auf eine harte Probe gestellt habe.

Der Arzt Lutz Harder erzählte, wie er als sechsjähriger Junge den Tod seines geliebten Großvaters erlebt hatte. Literarisch näherten sich die beiden Schriftsteller Martin Kreuels und Marlies Weiß-Bürger dem Thema Tod. So trug Bürger ihr Gedicht „Die letzten Tage meiner Mutter vor“ und Kreuels las Passagen aus seinem Buch „17 Jahre wir“, in dem er den schmerzvollen Abschied von seiner verstorbenen Frau thematisiert.

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