Zertifikate für Sprachförderer am Kindergarten St. Ludger vergeben
Deutsch bereitet noch Probleme

Lüdinghausen -

Schüler der Fachschule für Sozialpädagogik am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg führen auf freiwilliger Basis ein Sprachprojekt am Kindergarten St. Ludger durch. Dort stammt etwa die Hälfte der Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, deren Deutschkenntnisse noch sehr schlecht sind.

Mittwoch, 29.05.2013, 12:05 Uhr

Die Projekt-Partner sind begeistert. Die Zusammenarbeit zwischen der Fachschule für Sozialpädagogik, dem St.-Ludger-Kindergarten und den Sponsoren des Sprach-Förderungs-Projekts hat funktioniert. Trotzdem haben alle Beteiligten erkannt, dass diese Sprachförderung nicht ausreicht: Eigentlich müsse in Kindergärten mit hohem Anteil an Kindern mit Mi­grationshintergrund die sprachliche Ausbildung professionalisiert werden. Darin waren sich alle Beteiligten einig, als Jasmin Büße, Sebastian Steffens , Christine Kruse, Nadine Isfort, Magdalena Kahlke und Annemarie Wese gestern ihre Zertifikate erhielten. Sie sollen die Beteiligung an diesem freiwilligen Projekt dokumentieren und bei einer Bewerbung möglicherweise den Ausschlag geben.

Rund 50 Prozent der Kinder, die den Kindergarten St. Ludger besuchen, haben einen Migrationshintergrund. Häufig sprechen sie kein Wort Deutsch. Probleme beim Schulbesuch und später bei der beruflichen Ausbildung sind die Folgen. „Da kann man nicht tatenlos sein“, erläuterte Margret Pernhorst , die für die Kirchengemeinde St. Felizitas den Kindergarten „begleitet“. Auf der Suche nach Hilfe entwickelte sich folgendes Projekt: Schüler der Fachschule für Sozialpädagogik am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg führen auf freiwilliger Basis ein Sprachprojekt durch. Unterstützung fand die Idee bei den Serviceclubs Lions, Rotary und Soroptimist.

Seit dem vergangenen September kamen die angehenden Erzieherinnen und Erzieher einmal in der Woche in den Kindergarten und fördern sie spielerisch. „Lustige Wörterwerkstatt“ nannte sich auch das Projekt. Es hat zwar allen Beteiligten viel Spaß gemacht, man erzielte auch Erfolge. Aber: „Dass die Kinder so schlecht Deutsch sprechen, hätte ich nicht gedacht“, berichtete Sebastian Steffens gestern.

Alltägliche Themen wurden in dem Förderprojekt mit den Kindern behandelt. „Der Wortschatz der Kinder hat sich deutlich erweitert“, bilanzierte Einrichtungsleiterin Lisa Blümel rückblickend. Mehr noch: Die Kinder hätten auch an Sozialkompetenz gewonnen, sie beteiligten sich intensiver am Leben im Kindergarten.

»Dass die Kinder so schlecht Deutsch sprechen, hätte ich nicht gedacht.«

Sebastian Steffens

Und wie geht‘s weiter? Das Projekt wird mit den Förderern und der Schule fortgesetzt, die Serviceclubs wollen offensiv darüber informieren und Margret Pernhorst will auch die anderen katholischen Einrichtungen ins Boot holen.

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