Zweite Zukunftswerkstatt zur Schulentwicklungsplanung in der Mariengrundschule
Wenn Visionen auf Realität treffen

Lüdinghausen -

Zum Auftakt der zweiten Zukunftswerkstatt zur Schulentwicklungsplanung in Lüdinghausen stellte Hauptschulrektorin Gertrud Derpmann am Freitag in der Mariengrundschule klar, warum sie an der ersten Runde nicht teilgenommen hatte. Aus ihrer Sicht spielten die belange der Hauptschule nur eine Nebenrolle in der Diskussion.

Samstag, 29.06.2013, 07:06 Uhr

Der zweite Aufschlag der Zukunftswerkstätten zur Schulentwicklungsplanung in Lüdinghausen begann am Freitag mit einem verbalen Paukenschlag. Gleich zu Beginn meldete sich Gertrud Derpmann , Rektorin der Gemeinschaftshauptschule, zu Wort, um zu begründen, warum sie der ersten Werkstatt-Runde am 4. Mai ferngeblieben war. Dabei erklärte sie, dass die Diskussion über eine künftige Schulform für sie eher eine über „Abgrenzung“ sei. Und: „Wir bewegen uns auf dem Drahtseil einer Bildungsklassengesellschaft.“ Die vielbeschworene Chancengleichheit „ist lediglich ein Lippenbekenntnis“. Zugleich warnte sie: „Ich glaube, wenn wir uns in Lüdinghausen damit befassen, eine Heterogenität auf hohem Niveau erzielen zu wollen, werden wir einen Teil unserer Kinder durch ein Bildungsraster fallen lassen.“ Der Beifall aus dem Plenum schien sie durchaus zu überraschen.

Vielleicht lag es ja auch an diesen mahnenden – und auch von Enttäuschung geprägten – Worten, dass der weitere Verlauf der Zukunftswerkstatt von „großer Dialogbereitschaft“ geprägt war, wie Dr. Detlef Garbe vom gleichnamigen Beratungsbüro feststellte, der die Veranstaltung gemeinsam mit Ulrike Lexis moderierte. Erneut wurde ein Mix aus Vortrag und Dialog in Kleingruppen aus Politikern, Pädagogen und Eltern gewählt, um sich der Thematik „Schullandschaft Lüdinghausen“ zu nähern. Da ging es zunächst schlicht um Zahlen. So wird die Zahl der Viertklässler in der Steverstadt bis zum Jahr 2021 von aktuell 230 auf 212 sinken.

In Gruppen erhielten die Teilnehmer schließlich die Gelegenheit zu überlegen, welche Schulformen in welcher Kombination sie für Lüdinghausen möglich erachten. Dabei wurde vor allem deutlich, dass sich alle einen möglichst langen Zeitraum wünschen, in dem dieses System Bestand haben soll – möglichst mindestens 15 Jahre. Dabei wurden die unterschiedlichsten Kombinationen genannt: etwa zwei Gymnasien und eine Sekundarschule, ein Gymnasium und eine Gesamtschule oder zwei Gymnasien und eine Sekundarschule.

In der Schlussrunde saßen Eltern, Politiker und Lehrer getrennt zusammen, um für ihre Gruppen eine Prioritätenliste aufzustellen, was eine neue Schule bieten müsse. Da standen Forderungen wie kleine Klassen, Chancengleichheit, aber auch Leistungsorientierung weit oben auf den Wunschlisten. Am Ende resümierte die Beigeordnete Christine Karasch: „Jetzt wird es anstrengend für die Eltern. Die Realität muss die Visionen füllen.“

»Ich glaube, wenn wir uns in Lüdinghausen damit befassen, eine Heterogenität auf hohem Niveau erzielen zu wollen, werden wir einen Teil unserer Kinder durch ein Bildungsraster fallen lassen.«

Hauptschulrektorin Gertrud Derpmann
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