Erich Hirsch engagiert sich für die Natur
Überdüngte Wiese wird natürliche Oase

Lüdinghausen -

Seit Jahren kümmert sich Erich Hirsch um die heimische Natur. Sein Ziel ist es, aus einer Wiese wieder ein Naturparadies zu schaffen, in dem sich heimische Pflanzen wieder ansiedlen und Insekten vielfältige Nahrung finden.

Mittwoch, 24.07.2013, 11:07 Uhr

Wilde Möhre, Sumpfschafsgarbe, Ruhrkraut, Wiesenbärenklau (nicht zu verwechseln mit dem Riesenbärenklau), Wiesendost, Klappertopf, Ackerkrautdistel – die Namen sprudeln nur so heraus, wenn Erich Hirsch von seinem Naturschutz-Projekt erzählt. Was für viele andere Menschen „Böhmische Dörfer“ sind, ist für den passionierten Naturfreund das „Ein und Alles“. Seit Jahren engagiert sich Hirsch für die Natur rund um Lüdinghausen . Vor drei Jahren nahm er eine Wiesenfläche am Kanal unter seine Fittiche. Sein Ziel: Aus der überdüngten Weide will er eine natürliche Fläche schaffen, in der ursprüngliche Blumen wieder heimisch sind und Insekten ihren Lebensraum finden. „In einigen Jahren sieht das hier anders aus. Diese natürliche Fläche möchte ich der Nachwelt hinterlassen“, so der 72-Jährige.

Vor drei Jahren übernahm der Naturschutzbund ( NABU ) Coesfeld die Wiese von der Stadt. „Ich bin froh, dass die Stadt sie an uns verpachtet“, so Hirsch. Ziel war die Renaturierung und die Gestaltung eines natürlichen Lebensraums. Vor drei Jahren wurde die erste Hecke angepflanzt, vor zwei Jahren dehnte Hirsch die Pflanzungen aus und fährt derzeit täglich zur Wiese, um die Triebe zu wässern. Grundlegendes Problem der Renaturierung: Die Wiese ist überdüngt. Durch regelmäßige Mahd und Beseitigung des Mähguts soll der Boden magerer werden. Das ist Voraussetzung dafür, dass sich viele Wildblumen ansiedeln und gedeihen. An vielen Stellen hat Hirsch nachgeholfen und Grasplaggen beseitigt. Hier legte er auch den Blumensamen aus, den er zuvor eigenhändig in der Umgebung „geerntet“ hatte. Langsam bilden sich mittlerweile diese natürlichen Inseln rund um die Wiese, die nach und nach spärlicher wächst, weil sie nicht gedüngt wird. Und immer breiter wird der Saum der heimischen Blumen. Und damit stellt sich auch der Erfolg der Mühen des Naturfreundes ein. Zufrieden beobachtet der gebürtige Münsteraner, wie viele Schmetterlinge – vom Pfauenauge bis zum Zitronenfalter – die Wiese bevölkern. Und die „Insektenhotels“, die der Naturfreund auf dem Gelände aufgestellt hat, sind bestens „belegt“.

„Solche Lebensräume könnten wir viel öfter haben“, bemerkt Hirsch kritisch und bedauert, dass an vielen Straßenrändern der Bewuchs regelmäßig gemäht wird. Heimische Pflanzen können so nicht gedeihen, und die Insekten finden so immer weniger Futter. Die Folge: Auch Vögel, die Insekten fressen, werden seltener.

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