Generationswechsel in den Jugendräumen
Zurück in die Pro-Disco-Zeit

Lüdinghausen -

Generationenwechsel in den Jugendräumen „Exil“: Die Oldtimer von früher, die die alten „Burg-Zeiten“ noch erlebten feierten zu den Hits von damals die „Pro-Disco-Party“.

Montag, 15.07.2013, 18:07 Uhr

Samstagabend, das Exil an der Seppenrader Straße : Viele Menschen stehen draußen an den Tischtennisplatten, die Flasche Bier in der Hand. Von drinnen wummert laut die Musik auf den Vorplatz. Soweit alles normal. Doch eine Sache irritiert: Die Besucher des Jugendzentrums sind allesamt älter als 30 Jahre, die meisten sogar über 40. Sie tanzen auf der ersten „Revival-Pro-Disco-Party“ Lüdinghausens .

„Wir versuchen, die alten Knochen noch einmal zu bewegen“, sagt Frank Wippermann schmunzelnd. Er steht am Rande der Tanzfläche und durchforstet eine lange Liste mit Songtiteln – genauso wie vor 30 Jahren. Damals legte der DJ auch im Jugendzentrum auf, das sich da aber noch in der Burg Lüdinghausen befand. „Jetzt ist jedoch alles im MP3-Format. Ich bin völlig überfordert“, gibt Frank Wippermann zu. Mit ein wenig Hilfe der jüngeren Generation klappt es dann auch, und aus den Lautsprechern dröhnen altbekannte Songs. Egal ob „Juke Box Hero“ von Foreigner oder die Blues Brothers – die Gäste der Revival-Party feiern wie zu Jugendzeiten in der „Burg“, die immer noch Kultstatus genießt. „Ich war immer an der Burg“, erzählt Kirsten Stucke , die ihre roten Schuhe fürs Tanzen schon ausgezogen hat. „Ich konnte hinkommen, wann ich wollte, und habe immer Freunde getroffen.“

Bei der Revival-Feier sehe sie viele alte Gesichter wieder und schwelge mit Freunden, die sie bereits seit Langem aus den Augen verloren hat, in Erinnerungen. „Da merkt man, dass einem die Burgzeit fehlt“, meint Kirsten Stucke. Sie stieß über das soziale Netzwerk Facebook auf die Party. Dort hatte Andrea Beermann eine Gruppe gegründet, denn „hier in Lüdinghausen und Umgebung passiert reichlich wenig für die Leute, die den Pro-Disco-Musikgeschmack haben“, erklärt sie.

Die Resonanz auf die Gründung der Facebook-Gruppe – über 200 Besucher kamen ins Exil – bestätigt sie in der Annahme, dass „die Burg ein einzigartiges Jugendzentrum war“. Und das nicht nur wegen der Musik. „Die lockere Art und Weise, wie die Betreuer mit den Jugendlichen umgegangen sind, freut mich noch heute“, sagt Andrea Beermann.

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