Gedenken an den Holocaust
Hand in Hand

LÜDINGHAUSEN/FRECKENHORST -

Bei der Beschäftigung mit der Vergangenheit stehen vor allem die Menschen im Vordergrund. Rund 20 Überlebende des Holocaust weilen noch bis heute - auf Einladung der Lüdinghauser Pax-Christi-Gruppe in der Landvolkshochschule (LVHS) in Freckenhorst. Dort erleben sie ein abwechslungsreiches Programm.

Mittwoch, 28.08.2013, 07:08 Uhr

Zehn Konzerte in gut zwei Wochen: Diesen „Rekord“ können die polnischen Gäste, die derzeit mit ihren Lüdinghauser Pax-Christi-Betreuern in der Freckenhorster Landvolkshochschule (LVHS) wohnen, demnächst in ihren Heimatregionen vermelden. Denn diese Überlebenden des NS-Terrors feierten das 40-jährige Bestehen des Maximilian-Kolbe-Werks. Und sie genossen das Warendorfer Lichterfest und das künstlerisch-reiche Rahmenprogramm der LVHS-Sommeruniversität.

Bei den deutsch-polnischen Begegnungen spielten das gemeinsame Singen und weltliche wie geistliche Musik neben ernster Seminararbeit eine wichtige Rolle.

Im Rahmen eines Abendkonzertes des Warendorfer Methusa-Chores referierte Chorsängerin Dr. med. Ingrid Aebert über eine bekannte Kollegin aus Krakau. Sie würdigte die verstorbene polnische Psychiaterin Prof. Dr. Maria Orwid , eine Überlebende des Holocaust . Übergroß und überaus wertvoll sei deren lebenslanges Engagement für die „Schicksal-Gefährten“ gewesen, ebenso ihr Einsatz für psychisch kranke Menschen und ihre Tätigkeit als Brückenbauerin für eine polnisch-deutsche Zusammenarbeit „im Dienste der seelischen Gesundheit“. Ausschnitte aus dem beeindruckenden Referat der Warendorfer Ärztin über ihre verstorbene polnische Kollegin wird Radio Warendorf demnächst senden.

„Musik, die lebt und lebendig macht“ spielten am Sonntagnachmittag drei junge Stipendiaten der münsterländischen Menuhin-Stiftung. Die „kulturelle Vielfalt“ Europas, von der NRW-Landesministerin Dr. Angelica Schwall-Düren am Abend in der LVHS sprach, wurde repräsentiert von der Spanierin Cecilia Rubio (Violoncello), der Niederländerin Marieke Kroes (Akkordeon), der polnischen Programm-Ansagerin Agnieszka Charkowska und dem Kosowo-Albaner Taulant Haxhikadrija (Klarinette). Neben volkstümlichen Melodien spielten die drei Musiker auch zeitgenössische Werke. Und sie konnten mit Klezmer-Weisen an einen Schabbat-Abend anknüpfen, den die Gäste mit Musik des „Trio Ashira“ schon in der Vorwoche erlebt hatten. (Wir berichteten.)

Nach einer Filmvorführung von Mozarts Zauberflöte (gespielt vom berühmten Salzburger Marionettentheater) geht´s heute (Mittwoch) mit Musik weiter. Zum Abschied der Polen spielt das Seniorenorchester heute ab 10.30 Uhr in der LVHS auf. Interessierte sind zum Zuhören oder Mitspielen und Mittanzen eingeladen.

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