Handy als Schlüssel zur „Zapfsäule“
In Lünen entsteht Ladestation für Lüdinghausen / Unternehmer stellt Anlage zur Verfügung

Lüdinghausen/Lünen -

Der Strom kommt normalerweise aus der Steckdose. Wer den „Saft“ für die Kaffeemaschine, den Toaster oder den Rasenmäher benötigt, reicht dieser Anschluss. Wer jedoch sein Elektrofahrzeug „betanken“ will, bekommt Probleme. „Da reicht die Steckdose nicht mehr“, versichert Dr. Hans Dieter Storzer. Der Geschäftsführer und Technik-Chef der Firma EBG hat zum Glück eine Lösung parat: Sein Unternehmen in Lünen liefert Ladesäulen für Elektrofahrzeuge fast in die ganze Welt. Ab Herbst versorgt er die Lüdinghauser Elektro-Mobilisten mit Strom, wenn auf dem Parkplatz am Ostwall die von ihm gestiftete Ladesäule aufgestellt wird. Am Freitag informierten Storzer und seine Kollegen Vertreter der Lüdinghauser Politik und Wirtschaft über sein Unternehmen und die Elektro-Mobilität.

Samstag, 10.08.2013, 06:08 Uhr

Rund 1000 Ladesäulen hat das Unternehmen bereits ausgeliefert. „Die Individualität ist unsere Stärke“, unterstreicht Dr. Axel Heitbrink , in dessen Abteilung derzeit die Lüdinghauser Ladesäule montiert wird. Daher ist eine solche „Zapfanlage“ kein Stück von der Stange. Die Auftraggeber machen nicht nur Vorgaben für Farbe und Gestaltung. Anschlussmöglichkeiten oder Abrechnungsmodalitäten müssen individuell geklärt werden. So ist es auch mit dem Exemplar für die Steverstadt. Derzeit wird noch über die Gestaltung entschieden. Die Technik ist mehr oder weniger klar. So müssen die Elektro-Mobilisten ihr eigenes Kabel anschließen. Der „Schlüssel“ zur Steckdose ist das Handy. Man ruft die Ladesäule an und schon öffnet sich der Anschluss. „Man kann die Anlage auch so programmieren, dass man eine SMS bekommt, wenn die Batterie gefüllt ist“, erläutert Storzer . Eine andere – aber nicht so verbraucherfreundliche Methode – ist der Zugang zur Säule über eine Karte. Die Kommunikation via Handy könnte in einem späteren Schritt auch dazu führen, dass das Tanken über die Telefonrechnung bezahlt wird. Das ist aber noch Zukunftsmusik. Zunächst einmal dürfen sich die Fahrer von Elektro-Autos oder Pedelecs über eine kostenlose Batteriefüllung freuen.

In diesen Tagen bekommen die Nutzer der Lüdinghausen-Card ihren neuen „Ausweis“. Wie Bauamtsleiter Björn Claas Herrmann erläuterte, werde geprüft, ob diese Karte ebenfalls für die Nutzung der Säule genutzt werden könne.

Zur Vorgeschichte: Per „Bürgerantrag“ hatte Hans Dieter Storzer angeboten, der Stadt eine Ladesäule zur Verfügung zu stellen. Die Stadt griff zu. „In Lüdinghausen haben viele Menschen eine große Affinität zur Elektromobilität“, begründete Storzer gegenüber den WN das Geschenk. Außerdem: „Wir wollten damit ein Zeichen setzen – für die Elektromobilität.“

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