Fachtagung: Energie- und Ressourcenverbrauch steht auf dem Prüfstand
Prima Klima beim Bäcker

Lüdinghausen -

Zur Fachtagung „Klimabäckerei“, zu der gestern die Effizienz-Agentur NRW und die Energie-Agentur NRW nach Lüdinghausen eingeladen hatten, trafen sich Vertreter von 70 Bäckereien und Zuliefererunternehmen der region im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen. Zuvor besichtigten sie allerdings – ganz praxisnah – die Produktion der örtlichen Bäckerei Geiping.

Freitag, 13.09.2013, 07:09 Uhr

Ein großer Teil der mit viel Aufwand produzierten Lebensmittel werden vernichtet. Sie werden in den Müll gekippt, in Bio-Gasanlagen verarbeitet oder an Tiere verfüttert. Nicht nur finanziell ist das ein Unding. Moralisch lässt sich der Umgang mit den Ressourcen kaum vertreten. Die Bäckerei Geiping hat jetzt einen Weg gefunden, zumindest einen Teil der vom Unternehmen produzierten Lebensmittel wieder sinnvoll zu verwenden: In drei sogenannten Vortagsläden sind Backwaren und andere Lebensmittel zu kaufen, die bereits einen Tag alt sind, aber ansonsten den übrigen Qualitätsstandards entsprechen, und das zum halben Preis. Diese Art der Ressourcenschonung war nur ein Thema der Fachtagung „Klimabäckerei“, zu der gestern die Effizienz-Agentur NRW und die Energie-Agentur NRW nach Lüdinghausen eingeladen hatten. Bevor die Vertreter von 70 Bäckereien und Zuliefererunternehmen im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen über Projekt­ergebnisse diskutierten, bestand Gelegenheit zur Betriebsbesichtigung bei Geiping.

Über ein Dutzend Betriebe aus ganz Nordrhein-Westfalen nahmen an dem Projekt „Klimabäckerei“ teil. Sie stellten Themen wie Produktion, Reinigungsprozesse, Logistik, Rohstoff- und Materialeinkauf oder Energieeinsatz auf den Prüfstand. Als Energiefresser haben sich dabei zum Beispiel die Ladenbacköfen herausgestellt. Die Backöfen sind wenig energieeffizient, sie heizen die Läden auf, die im Zweifelsfall mit Klimaanlagen wieder gekühlt werden müssen. Eckart Grundmann , Mitorganisator der Veranstaltung von der Effizienz-Agentur NRW forderte die Hersteller auf, effizientere Technik anzubieten.

Wie sich als weiteres Ergebnis des Projekts herausstellte, liegt der Schlüssel zur ressourcen- und klimaschonenden Bäckerei bei den Mitarbeitern. Für sie soll jetzt ein Schulungsangebot entwickelt werden.

Zurück zu den drei Vortagsläden der Firma Geiping. Hubertus Geiping räumte gestern ein, dass die Idee, Produkte vom Vortrag zu reduzierten Preisen zu verkaufen, nicht neu sei. „Wir wollten die Wertigkeit der Produkte rüberbringen“, begründete Geiping die Überlegungen, die zu diesem Schritt führten. Waren vom Vortag noch einmal anzubieten und nicht wegzuwerfen, sei aber auch ein Mittel der innerbetrieblichen Bewusstseinsbildung.

Drei solcher Läden einzurichten – in Lüdinghausen nur gut 60 Meter vom Premiumladen am Markt entfernt – habe natürlich auch zu innerbetrieblichen Diskussionen geführt, räumte Geiping ein. „Die Rechnung geht bisher auf“, lautete Geipings Fazit für die Situation in Lüdinghausen, in der es seit dem Frühsommer den Vortagsladen gibt. Der Unternehmer vertrat sogar die Auffassung, dass der Premium-Laden von der „Konkurrenz“ profitiere. „Die Frische unserer Produkte wird jetzt noch deutlicher und noch glaubwürdiger.“ Zu leiden hat darunter übrigens nicht die Tafel. Auch sie wird weiterhin mit Backwaren versorgt, versicherte Geiping. Er kündigte an, dass das Unternehmen in Zukunft weitere Vortagsläden an „ausgewählten Standorten“ eröffnen werde.

 

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