Flugplatz Borkenberge
Für Flieger geht ein Traum in Erfüllung

Seppenrade -

Für die Flieger auf dem Flugplatz Borkenberge geht ein Traum in Erfüllung: Die Startvorlaufstrecke wird jetzt gebaut. Das Starten und Landen wird dadurch für Motorflugzeuge deutlich sicherer. Am 5. November soll mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Samstag, 26.10.2013, 16:10 Uhr

Das Segelflieger und Freizeit-Piloten gerne in den Himmel blicken und sich über die Wolkenbildung informieren, ist nichts Neues. In den nächsten Wochen richten die Verantwortlichen der Borkenberge-Gesellschaft den Blick jedoch noch öfter als sonst üblich nach oben. Sie brauchen gutes Wetter – nicht zum Fliegen sondern für die Bauarbeiten. In den nächsten Tagen soll mit dem Bau der Startvorlaufstrecke begonnen werden. Für die Flieger in den Borkenbergen geht ein Traum in Erfüllung, der seit Jahrzehnten gehegt wurde.

„Startbahn-Verlängerung“ – unter diesem Begriff wurde das Thema in den vergangenen Jahren behandelt. Der Begriff könnte in die Irre führen, befürchtet Gisbert Alfing , stellvertretender Vorsitzender der Borkenberge-Gesellschaft. Es geht hier nämlich nicht um die Verlängerung der Piste, sondern um das Thema Sicherheit. Der Start- und Landepunkt wird weiter nach Osten verschoben, damit die Flugzeuge den im Westen der Piste stehenden Bäumen nicht zu nahe kommen. Die Kastanien stehen hier unter Naturschutz. Die Birken, die sich im Westen angesiedelt hatten, wurden dagegen bereits vor Jahren mit Blick auf die Baumaßnahme beseitigt.

Alles bleibt also beim alten. Auch bei der Beschränkung des Gewichts der Flugzeuge auf bis zu 2000 Kilo wird es bleiben. „Wir wollen hier keine Geschäftsfliegerei“, versichert Alfing. Immer wieder hatten Kritiker des Flugplatzes gemunkelt, dass mit der Verlängerung der Piste um knapp 200 Meter auch eine Ausdehnung des Flugbetriebs angepeilt werde. Dem sei jedoch nicht so. „Der Flugplatz Borkenberge ist und bleibt ein Freizeitzentrum“, unterstreicht der zweite Vorsitzende der Gesellschaft im WN-Gespräch. Geschäftsfliegerei und Freizeit- und Sportfliegerei würden sich kaum vertragen. Und: „Hier funktioniert alles ehrenamtlich.“

234 992,58 Euro steuert das Land NRW zu den Gesamtkosten bei (die WN berichteten). Insgesamt, so kalkuliert auch Jörn Assmann , der die Planung für den Trägerverein übernommen hat, werden sich die Baukosten auf eine halbe Million Euro belaufen. Darin eingerechnet sind allerdings nicht die Kosten, mit denen der Verein in den vergangenen Jahren bereits in Vorlage getreten ist. Alleine die Rechnungen für Gutachten waren erheblich. 90 000 Euro, so schätzt Assmann, habe alleine das über viele Jahre laufende Genehmigungsverfahren gekostet.

Wie finanziert der Verein diese enormen Kosten? Die Area-4-Festivals der Vergangenen Jahre sorgten sicherlich für eine gute Basis, räumt Alfing ein. Er sieht die Absage der Veranstaltungsreihe aus finanziellen Gründen durchaus auch mit einem weinenden Auge. Die weiteren Kosten werden aus Rücklagen und Vereinsbeiträgen gestemmt.

Am 5. November soll offiziell mit den Bauarbeiten begonnen werden. In einem ersten Schritt muss das gesamte Gelände hergerichtet werden. Die Topographie macht es erforderlich, dass der Boden aufgefüllt werden muss. Der hohe Grundwasserspiegel macht den Bau nicht einfacher. Ingenieur und Flieger Jörn Assmann ist zuversichtlich, dass das gesamte Projekt bis Ende des Jahres über die Bühne gehen kann. Voraussetzung ist natürlich, dass sich das Wetter hält. Die Flieger müssen während der Bauphase nicht mit allzu großen Beeinträchtigungen rechnen. Lediglich die Landeschwelle – also die Markierung, die den Piloten als Landeorientierung dient, soll verlegt werden.  

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