Agustino Mtutu schnitzt in Tansania Figuren – Josef Kersting verkauft sie auf Märkten
Weit gereiste Krippen

Lüdinghausen/Iringa -

Agustino Mtutu verdient in Tansania sein Geld damit, Holzfiguren zu schnitzen. Ganze Krippen entstehen in seiner Busch-Werkstatt. Der Lüdinghauser Josef Kersting verkauft sie hier auf Märkten. besonders gefragt in diesen tagen war das elfteilige „Betlehem-Set“. Der Erlös ist für das Schul- und Aidswaisenprojekt „St. Dominic Savio“ in Iringa bestimmt.

Samstag, 28.12.2013, 15:12 Uhr

Wenn sich Agustino Mtutu auf eine Kiste setzt, ein Stück des afrikanischen Hartholzes Grenadill in die Hand nimmt und anfängt zu schnitzen, dann ist es für ihn nicht ein simpler Zeitvertreib. Der Kunsthandwerker aus Tansania verdient sein Geld mit den kleinen Figuren, die nach langer Reise in deutschen Wohnzimmern ihren Platz finden. „Dieser Job ist alles für mich“, sagt er.

„Ich bin immer wieder von der Qualität und Aussagekraft der Krippenfiguren beeindruckt. Jedes einzelne Gesicht hat seine eigenen Charakterzüge“, meint Josef Kersting . Seit vier Jahren verkauft er das elfteilige „Bethlehem-Set“ aber auch andere afrikanische Waren auf heimischen Märkten. „In Afrika gibt es viel Kunsthandwerk, nur leider keinen großen Bedarf dafür“, erklärt der Lüdinghauser, warum er Tierfiguren, Tücher, Engel oder Schmuckketten aus dem 7000 Kilometer entfernten Tansania einfliegen lässt.

Dass dies überhaupt möglich ist, hat er dem Internet zu verdanken. Für jeden Einkauf nach Afrika zu fliegen – das ist finanziell bei Weitem nicht möglich. Daher hat Josef Kersting im tansanischen Iringa mit Kurwa Kitaluta seine persönliche Shopping-Assistentin, mit der er per Mail kommuniziert. „Ich kenne viele Leute, die Kunsthandwerk verkaufen“, erzählt die Afrikanerin. „Sie stellten irgendwann auch den Kontakt mit Agustino her. Schon seit Jahren kaufe ich die Krippen fast ausschließlich bei ihm, denn sie sind wirklich gut.“

Für die Kleidung der Krippenfiguren verwendet Agustino Mtutu helles Grenadill-Holz, für Hände und Köpfe das dunkle Ebenholz, welches er extra aus Morogoro – einer Stadt 300 Kilometer von Iringa entfernt – besorgt. Das eigentliche Schnitzen der kleinen Figuren dauert dann nicht mehr lange. „Es ist keine harte Arbeit, da ich es nun schon seit Jahren mache“, sagt er. „Andere Figuren wie der Elefant oder größere Krippen nehmen da schon mehr Zeit in Anspruch.“

Viele kleine Details, die dem Betrachter beim ersten Blick vielleicht gar nicht auffallen, machen die Figuren besonders. Doch wer bei Josef Kersting solch eine Figur gekauft hat, der besitzt nicht nur ein liebevoll hergestelltes Dekorationsstück, sondern spendet zugleich auch. Der Erlös aus den Verkäufen kommt dem Schul- und Aidswaisenprojekt „St. Dominic Savio“ in Iringa zugute. Zugleich bedeuten die regelmäßigen Exporte nach Deutschland für Kunsthandwerker wie Agustino Mtutu ein sicheres Einkommen. Und besonders im Dezember gibt es viel Geld auszugeben. „Für die Feiertage kaufen viele Tansanier neue Kleidung“, erzählt Kurwa Kitaluta. „Und wir kochen leckeres Essen, wie zum Beispiel Pilau. Das ist ein Reis-Fleisch-Gericht und wirklich sehr lecker.“

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