Stimmt es, dass Jugendliche immer weniger lesen?
Bücherwürmer leben noch

Lüdinghausen/Ascheberg/Senden -

Es gibt sie noch – echte Leseratten. WN4YOU sprachen mit einigen über ihre Leseleidenschaft und ihre Lieblingsbücher.

Donnerstag, 13.02.2014, 15:02 Uhr

„Die Tribute von Panem muss man gelesen haben!“, antwortet Nina Höning , 15 Jahre aus Lüdinghausen , auf die Frage, welches Buch sie anderen Jugendlichen empfehlen würde. Dass junge Menschen aktuell mit all den technischen Geräten so begeistert von Büchern reden, ist natürlich schön zu hören. Vorurteile gibt es schließlich genügend, die behaupten, Jugendliche würden immer weniger lesen und sich stattdessen in ihrer Freizeit mehr mit technischen Geräten beschäftigen.

Sich bei Langeweile mit einem spannenden Buch in sein Zimmer zurückzuziehen, statt im Internet zu surfen, ist mit Sicherheit auch etwas, das Eltern zu schätzen wissen. Ein Buch aufzuschlagen und zu lesen, ist das überhaupt noch etwas, was Jugendliche in ihrer Freizeit machen? Getrost kann die Gesellschaft auf diese Frage mit einem „Ja“ antworten. Trotz der Erfindung und Verbreitung von eBooks greifen viele Jugendliche doch lieber auf ein gebundenes Buch zurück, sind aber auch nicht ganz abgeneigt gegenüber den elektronischen Büchern. Zu der Frage „eBook oder gebundenes Buch?“ äußert sich Anna (15 Jahre) aus Seppenrade : „Bücher müssen im Regal stehen und verstauben können.“ Und auch Peter Mählmann, Leiter der Bücherei St. Felizitas in Lüdinghausen, äußert sich: „Die Anzahl der Nutzer, der Bücher für eBooks in der Bücherei geht steigend aufwärts.“ Die Frage „Warum liest du?“ wurde auf unterschiedliche Weise beantwortet. „Ich lese oft auf langen Autofahrten, damit mir nicht langweilig wird“, erklärt Jana (14 Jahre). Neben dem Vertreiben der Langeweile spielen auch der Spaßfaktor und das Interesse eine entscheidende Rolle. „Ich lese, weil es eine andere Welt ist in Büchern und weil man sich da hineinversetzen kann, wenn es ein gutes Buch ist“, sagt die 17-jährige Gwen. Die Wahl des Buches entscheidet sich meist durch die kurze Zusammenfassung auf dem Buchumschlag, und auch Empfehlungen werden gerne angenommen. Bei den Jungen ist der Bestseller „ Harry Potter “ beliebt und dessen Autorin Joanne K. Rowling unter den Jugendlichen weitgehend bekannt.

Fantasyromane und Krimis werden von Mädchen zwar auch gerne gelesen, doch sie greifen auch mal zu Liebesromanen. Auch Dramen sind im Jugendalter sehr begehrt. „Der Markt für Jugendbücher ist ein sehr guter, was sich auch daran bemerkbar macht, dass sie immer wieder unter den Bestsellern landen“, sagt Peter Mählmann. Außerdem erklärt er auf die Frage, ob das Angebot in der Jugendabteilung gut genutzt werden würde, dass die bücherbegeisterten Jugendlichen noch regelmäßig vorbeikämen um sich neuen Lesestoff zu holen. Er sagt aber auch: „Wer in der Grundschule schon nicht viel gelesen hat, der liest meist auch im Jugendalter nicht viel.“ Für die Sommerferien sei auch wieder ein Angebot in Planung, um speziell die jungen Leute auf das Lesen aufmerksam zu machen. Das Ganze stehe aber noch nicht fest. Bei der Beschaffung von Büchern ist die Bücherei also immer noch eine beliebte Anlaufstelle, aber auch unter Freunden werden die Bücher getauscht. Wenn es ums Kaufen geht, ist das Internet jedoch die Quelle Nr. 1.

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