Betriebspraktikum am St.-Antonius-Gymnasium
Schule vs. Arbeit

Lüdinghausen -

Einblicke in den Berufsalltag erhalten derzeit Oberschülerinnen und -schüler des St.-Antonius-Gymnasiums. So erlebt Alina Scholz den Lehreralltag an der Mariengrundschule in Seppenrade und Mareike Hegemann arbeitet im Institut für Virologie der Uni-Hautklinik in Münster.

Sonntag, 16.02.2014, 09:02 Uhr

Den Schulalltag einmal vergessen. Das wünschen sich sicherlich viele Schüler. Die zehnten Klassen des St.-Antonius-Gymnasiums haben derzeit die Möglichkeit dazu. Mit einem zweiwöchigen Praktikum vom 3. bis 14. Februar können die Schüler einmal in einen Beruf ihrer Wahl reinschnuppern. Keinen Schulalltag mehr, dafür erleben die Schüler einen ganz alltäglichen Arbeitstag.

Die Schüler mussten sich zuvor eigenständig um ihren Praktikumsplatz kümmern. Dazu gehört es auch, die erste richtige Bewerbung zu schreiben. Das Wissen und die Übung aus dem Unterricht zum Thema Bewerbungen musste hier vollständig angewendet werden. Auch den ein oder anderen Tipp vom Lehrer nahmen sich die Schüler gerne zu Herzen.

Die betreuenden Lehrer für das Betriebspraktikum an der Schule sind Anne Daheim und Christian Weyers . Bei den Besuchen der Praktikanten haben sie sowohl von den Betrieben als auch von den Schülern positive Rückmeldungen bekommen. Die Schüler fänden es zwar meist etwas stressiger als in der Schule, aber die vorzuzeigenden Ergebnisse, beispielsweise selbst gemachte Pralinen oder ein eigenständig konstruiertes Haus-Modell, machen dies wieder wett. „Die Betriebe sind begeistert von der Freundlichkeit, Offenheit und dem Können unserer Schüler“, sagt Anne Daheim.

Einer der Praktikanten ist Nima Arman. Er ist im Krankenhaus in Lüdinghausen in der Geriatrie tätig. Auf die Frage, was ihm denn besonders gut gefalle, antwortet er: „Die Angestellten hier bekommen das Essen in der Kantine umsonst.“

Auch Merit Zurhove macht ihr Praktikum im Krankenhaus. Mit einer früh eingereichten Bewerbung bekam sie das gewünschte Praktikum im Bereich Anästhesie. Sie darf mit in den OP und den Ärzten bei der Arbeit über die Schulter schauen. „Am Anfang hatte ich Angst, dass mir wegen des Blutes schummrig wird, aber damit habe ich überhaupt keine Probleme“, sagt sie. Ihr gefällt besonders gut, dass sie mit diesem Praktikum die Möglichkeit hat, einen so genauen Eindruck von der Arbeit zu bekommen. „Das Praktikum hat mich bestätigt, dass ich später gerne einmal Medizin studieren möchte“, fügt sie hinzu.

Alina Scholz absolviert ihr Praktikum an der Mariengrundschule in Seppenrade und hilft in einer zweiten Klasse mit. Über ihre Arbeit sagt sie: „Es ist nicht immer leicht, die Geduld aufzubringen, den Kindern etwas zu erklären, vor allem weil man merkt, dass sie von den Leistungen her sehr unterschiedlich sind. Das macht es zu einer echten Herausforderung. Aber es macht auch viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten.“

Die Betriebe, in denen die Schüler ihr Praktikum absolvieren, sind in allen gewerblichen Bereichen tätig. Speziell Labore, Ärzte, Versicherungen und Architekten sind beliebte Ausbildungsstellen“. Auch das MINT-Projekt, welches eine Übung in der Praxis im naturwissenschaftlich-technischen Bereich bot, hat bei einigen Schülern das Interesse geweckt und sie dazu angeleitet, ihren Praktikumsplatz in diesem Bereich zu wählen. Beispielsweise Mareike Hegemann ist in Münster in der Hautklinik im Institut für Virologie tätig. Dort werden unter anderem Reaktionen von Viren und Bakterien auf Antibiotika getestet. Über ihre Arbeit und das Praktikum sagt sie: „Die Arbeit hier fasziniert mich total. Dass ich eine persönliche Betreuung bekomme, hätte ich nie gedacht.“

In den Praktika werden die Schüler von einem ihrer Lehrer besucht, der sie nach ihrem Befinden im Betrieb erkundigt und sich das Tätigkeitsfeld des jeweiligen Schülers anschaut. „Oft merken die Schüler während ihrer Arbeit und durch das Gespräch, in dem unter anderem die eigenen Stärken und Schwächen angesprochen werden, welche Leistungskurse eine gute Wahl für sie sind. Außerdem machen die Schüler immer mehr die Erfahrung, wie wichtig Englisch in der Arbeitswelt sein kann“, erzählt Anne Daheim und Christian Weyers fügt hinzu: „Nach dem Praktikum kommt es bei vielen Schülern zu einem Motivationsschub. Das Praktikum bietet vielen ein Ziel, für das sie sich in der Schule anstrengen, um es erreichen zu können.“ Ebenso wie die Erfahrungen im Umgang mit fremden Menschen soll natürlich insbesondere die Arbeit eine Hilfe zur Orientierung geben.

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