Übung auf dem Maggi-Gelände:
Acht Verletzte geborgen

Lüdinghausen -

Kritische Worte fand Stadtbrandmeister Günter Weide zum Abschluss der Maggi-Übung: Er beklagte sich darüber, dass die Schläuche in schlechtem Zustand sind und machte dafür die Schlauchpflegerei des Kreises Coesfeld verantwortlich.

Sonntag, 18.05.2014, 18:05 Uhr

Neben der gemeinsamen Übung der Freiwilligen Feuerwehr und der Betriebsfeuerwehr des Maggi-Werkes, stand das 50jährige Bestehen des Werkes und seiner Wehr in Lüdinghausen im Mittelpunkt der Großübung am Samstagnachmittag.

Übungsinhalt war, dass es bei Umbau- und Modernisierungsarbeiten an der Wertstofframpe West durch Schweiß- und Trennarbeiten zu einem Vollbrand kam, der auf die gesamte Rampe, den sogenannten Wintergarten und den Bereich der Endverpackung übergriff. Die Sprinkleranlage war eigens für diese Arbeiten außer Betrieb genommen worden. Die durch entzündete Kunststofffolie und Verpackungsreste hervorgerufenen starke Rauchentwicklung machte ein Vorgehen ohne schweren Atemschutz unmöglich. Die in diesem Bereich eingesetzten Türen hielten der starken Wärmestrahlung nicht mehr stand, so dass sich Flammen und Rauch ungehindert auf weitere Firmenteile ausbreiten konnten. Mehrere Handwerker und Fremdmonteure hielten sich in diesem Bereich auf. Vom Pförtner wurde Werksalarm ausgelöst und die Leitstelle in Coesfeld verständigt.

Die Löschzüge aus Lüdinghausen und Seppenrade waren schnell zur Stelle, um die Betriebsfeuerwehr, die zuvor die ersten Rettungsmaßnahmen unternommen hatte, zu unterstützen. Acht Verletzte wurden schnell geborgen und den Ersthelfern des Maggi-Werkes übergeben. Ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäudeteile konnte verhindert werden.

Die anschließende Manöverkritik in der Kantine, bei der Rüdiger Klein, Technischer Leiter des Werkes, die Teilnehmer und Gäste begrüßte, begann mit einer Gedenkminute für Hans Kordylewski, der zu den Gründungsmitgliedern der Betriebsfeuerwehr gehörte, und am Samstagmorgen zu Grabe getragen wurde. Nach einem Imbiss dankte Bürgermeister Richard Borgmann der Werksleitung dafür, dass die Feuerwehr wieder zu Gast sein durfte, und den Kameraden der Wehren, dass sie einen Samstag für die Übung geopfert hatten. Zum Jubiläum der Betriebsfeuerwehr überreichte Borgmann eine Torte. Michael Dammann stellte kurz die Übung vor.

Wehrführer Günter Weide sprach von einer guten Übung, wies aber auf zwei Probleme hin. Zum einen gab es Verständigungsprobleme, da die Betriebsfeuerwehr und die Ersthelfer nicht über den neuen Digitalfunk verfügen. Noch größer aber war das Problem mit den Schläuchen. „Schläuche sind die Sicherheit für die Kameraden. Wenn sechs von neun Schläuchen defekt sind oder platzen, muss etwas geschehen. Nicht die Stadt, sondern der Kreis ist dafür zuständig“, beklagte sich Weide. Willi Schürmann betonte für die Ersthelfer, dass die ersten Minuten bei einem Einsatz entscheidend sind. Die Zusammenarbeit sei harmonisch verlaufen. Werksleiterin Dorothee Stamm zeigte sich beeindruckt, vor allem vom Einsatz der Ersthelfer, wie diese mit den realitätsnah angemalten Mimen, gestellt von der Jugendfeuerwehr, umgegangen sind. „Wir werden auch in Zukunft diese Übungen unterstützen. Dann ist mir wohler“, sagte Stamm, die der Betriebsfeuerwehr versprach, ihr Jubiläum im kommenden Frühjahr entsprechend zu feiern.  

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