Klutensee im Fokus
Ziemlich unappetitlich

Lüdinghausen -

Der Klutensee ist ein Kleinod, das allerdings etwas heruntergekommen. Der Uferbereich stinkt unappetitlich. Die Wasserqualität ist allerdings so gut, dass dort geschwommen werden kann. Die Stadt hat aktuell kein Interesse, das Gelände attraktiver zu gestalten.

Samstag, 07.06.2014, 16:06 Uhr

Wenn eine Zeitung riechen könnte – dann würde das Frühstück nicht ganz so gut schmecken. Zumindest denen, die gleichzeitig einen Blick in die WN werfen und dabei ein Brötchen genießen wollen. Gott sei Dank ist das nicht der Fall – denn der Geruch am Klutensee-Strand – so weit man ihn noch so nennen kann – ist derzeit bisweilen alles andere als angenehm. „Hier stinkt´s“, denkt so mancher Spaziergänger, der die beliebte Runde um den Klutensee dreht.

Woran es liegt? „Das hat sicher mehrere Gründe“, sagt Gerhard Zilian , Gewässerobmann des Fischereivereins, der immer ein Auge auf den Klutensee wirft. Der Hauptgrund: Zufluss und Abfluss sind durch die Bäche relativ klein, dazu gelangen dann noch Düngemittel von den Feldern in den See und auch der Laubbefall wirkt sich aus.

An der Liegewiese befand sich lange Jahre ein Sandstrand des Baggersees, der entstand, als Material für den benachbarten Bahndamm benötigt wurde. Generationen von Lüdinghau­sern stiegen dort in den Klutensee ein, um eine Runde durch oder über das Gewässer zu drehen – sei es als Schwimmer oder mit dem Boot. Und auch viele Gäste, vor allen Dingen aus dem benachbarten Ruhrgebiet , genossen im Sommer das kühlende Kleinod im Schatten des Maggi-Werks.

Doch dieser Anblick ist selten geworden. Denn diese Zeiten sind längst vorbei. Der Klutensee fristet zumindest für die Wasserfreunde ein Schattendasein. Nur noch wenige Schwimmer finden sich dort, und auch Boote sind rar geworden. Das ist kein Wunder. Denn der ehemalige Strand ist zu einem bisweilen stinkenden Morast verkommen. Wer den Schlamm überwunden hat ist allerdings mit dem See weiterhin gut bedient. Denn die Wasserqualität ist immer noch für einen Badespaß geeignet, wie Gerhard Zilian bestätigt. Und die vielfältige Fischwelt findet weiterhin gute Bedingungen.

Der Fischereiverein hat allerdings den Klutensee nur zur eigenen Nutzung von der Stadt Lüdinghausen gepachtet, hält ihn zwar mit vielen ehrenamtlichen Helfern regelmäßig sauber, ist aber nicht dafür zuständig, dass der Strand als solcher nicht mehr existiert. Einer gründlichen Überholung des Areals, damit es für Wassersportler und auch für Spaziergänger wieder attraktiver wird, erteilt allerdings Stadtpressesprecher Armin Heitkamp eine Absage. „Wir werden nichts unternehmen, was den Eindruck erwecken könnte, dass der Klutensee ein offizielles Badegewässer ist“, sagt er unmissverständlich auf WN-Anfrage.

Denn dann sei die Stadt schnell in der Haftung, wenn etwas passiere und auch etwa für sanitäre Anlagen verantwortlich. „Haftungsrisiken wollen wir aber grundsätzlich ausschließen“, so Heitkamp. Allerdings sorge der städtische Bauhof dafür, dass die Wiese in Ordnung bleibe, sei es durch regelmäßiges Mähen, sei es durch das Entfernen des Mülls, den einige Zeitgenossen dort immer wieder hinterlassen. Dass das Ufer an der Wiese jetzt so sei, wie es ist, könne die Stadt nicht beeinflussen. Das hänge mit der Nutzung und der natürlichen Entwicklung zusammen.

So bleibt derzeit trotz des bevorstehenden Sommers wohl keine Hoffnung, dass der Klutensee für Schwimmer und Paddelbootfahrer wieder attraktiver wird. Lediglich für den Angelverein ist und bleibt der Klutensee ein attraktives Areal. Denn visionäre Planungen vor Jahren, den Klutensee zusammen mit dem benachbarten Hallenbad zu einem Schwimmparadies zu allen Jahreszeiten weiterzuentwickeln, dürften angesichts knapper Kassen kaum noch im Fokus stehen.

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