Projekt ist abgehakt
Markt-Neubau ist abgehakt

Lüdinghausen -

An der Konrad-Adenauer-Straße wird es keinen Euronics-XXL-Markt geben. Das bestätigte jetzt Betreiber Frank Schipper. Das Projekt ist nicht zu finanzieren. Statt dessen wird jetzt daran gedacht, den bestehenden Elektronik-Fachmarkt im Möbelhaus Rathmer zu erweitern.

Dienstag, 15.07.2014, 11:07 Uhr

Außer Spesen nichts gewesen. Nach rund dreijähriger Planungs- und Vorbereitungszeit bestätigte jetzt Frank Schipper das Aus: Der an der Konrad-Adenauer-Straße geplante Neubau des Euronics XXL-Marktes ist abgeblasen. „Wir werden die Sache nicht weiter verfolgen“, betonte Schipper, der den Markt betreiben wollte, jetzt gegenüber den Westfälischen Nachrichten . Das Unternehmen verbleibt somit am Standort im Möbelhaus Rathmer an der Ascheberger Straße .

Die Vorleistungen, die mit Blick auf den Neubau erbracht wurden, waren nicht „von Pappe“. Bei einem Architektenwettbewerb siegte das Büro Prof. Oskar Spital-Frenking. Als Investor war die Firma „May & Co Wohn- und Gewerbebauten“ aus Itzehoe in Vorlage getreten. Die Pläne waren so weit konkretisiert worden, dass sogar schon eine Baugenehmigung vorlag. „Wir hatten auch schon die Einrichtung durchgeplant“, so Schipper. Nachdem sich andeutete, dass das Projekt scheitern könnte, verhandelte Schipper noch mit einer Gruppe ortsansässiger Investoren. Doch letztlich wurde das Thema abgehakt.

„Das Projekt hätte sich nicht gerechnet. Es war wirtschaftlich nicht tragbar“, machte Frank Schipper eindeutig klar, dass „wir nicht den schönsten Markt haben wollen, um damit unterzugehen“. An dem neuen Standort hatte er zwar mit einer Umsatzsteigerung gerechnet, aber die hätte nicht gereicht, um die zu erwartenden Kosten zu tragen.

„Vor drei Jahren sah die Welt noch etwas anders aus“, wirft Schipper einen Blick auf die Rahmen- und Marktbedingungen, die sich mittlerweile verändert hätten. Als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Euronics-Händlerverbandes hat Schipper einen Überblick über die Marktsituation. Ein Beispiel: Bundesweit wurden vor drei Jahren 9,5 Millionen Fernsehgeräte verkauft. Im vergangenen Jahr waren es noch 7,4 Millionen.

Und wie geht es weiter? „An der Ascheberger Straße“, versichert Schipper. Er hofft allerdings darauf, dass dort eine Erweiterung der Räumlichkeiten vorgenommen werden kann. Gespräche mit Vermieter Rathmer und der Stadt Lüdinghausen laufen bereits. Hierbei geht es nicht nur um die Erweiterungsgenehmigung, sondern auch um die Reglementierung des Sortiments. Angestrebt wird nach Angaben des Marktbetreibers eine langfristige Lösung für den Standort an der Ascheberger Straße.

Dass aus den Plänen, an denen lange gearbeitet und in die viel Energie gesteckt wurde, nun nichts mehr wird, bedauert auch Bürgermeister Richard Borgmann. Er hatte sich lange Zeit für das Projekt engagiert und kassierte politische Prügel, als angesichts des drohenden Scheiterns vom Stadtrat eine Reduzierung des Grundstücks-Kaufpreises beschlossen wurde. Letztlich kam der Grundstückskauf jedoch gar nicht mehr zustande. „Das Grundstück ist weiterhin im Besitz der Stadt Lüdinghausen“, so Borgmann auf Anfrage der WN. Die Stadt wird weiterhin versuchen, das in den vergangenen Jahren an der Konrad-Adenauer-Straße entwickelte Geschäftszentrum zu erweitern. Der Verkauf des 6500 Quadratmeter großen Grundstücks, das auch Frank Schipper als ein „Filetstück“ bezeichnet, muss aber nicht übers Knie gebrochen werden.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2612721?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F2578078%2F4849115%2F
Nachrichten-Ticker