Spende von Landfrauen und Arbeitskreis „Fair Handeln“ hilft Frauenzentrum
Ein neuer Traktor fährt auf Sumba

Lüdinghausen/Sumba -

Christiane Poppe und eine kleine Reisegruppe aus Lüdinghausen überzeugten sich vor Ort, wie der neue Traktor beim Sojaanbau auf der indonesischen Insel eingesetzt wird.

Samstag, 20.09.2014, 16:09 Uhr

Der vom Arbeitskreis „Fair Handeln“ und den Lüdinghauser Landfrauen gespendete Handtraktor konnte im Juli durch Christiane Poppe , Ingeborg Schliebeck und Annette Höning persönlich übergeben werden.

Eine kleine Reisegruppe begleitete Christiane Poppe bei ihrem vierwöchigen Projektbesuch auf der kleinen Sundainsel „ Sumba “ in Ostindonesien . Die Gruppe hatte sich ein halbes Jahr intensiv auf diese außergewöhnliche Reise vorbereitet. Vor Ort erfuhren die Teilnehmer nun von Sr. Udis und den Frauengruppen vom erfolgreichen Verlauf des Sojaanbaus und der Weiterverarbeitung im Frauenzentrum.

Hatten sich die Frauen – und Männer – im Zentrum in den vergangenen zwei Jahren die notwendigen Kenntnisse über die Verarbeitung von Soja angeeignet, so blicken sie heute bereits auf ein großes Netzwerk von Endverbrauchern, die ihnen die Spezialitäten Tofu und Tempe als Beilage zur täglichen Reismahlzeit abnehmen. Mehrere Frauen brachten ihre Kenntnisse in ihre dörflichen Lebensgemeinschaften zurück und bauen nun die Sojabohne auf ihren Ackerflächen an. Der bisherige schon zu kleine Kochplatz im Zentrum soll unbedingt erweitert werden, damit der vielfach gestiegenen Nachfrage entsprochen werden kann.

Erst der Besuch der dörflichen Frauengruppen gab den Reiseteilnehmern aus Deutschland einen Einblick in die speziellen Lebenswelten der Frauen und Familien in den Dörfern Westsumbas, heißt es in dem Reisebericht von Christiane Poppe. Die vom Caritaszentrum organisierten und wöchentlich stattfindenden Zusammenkünfte der Frauen öffnen die Tür für neue Ideen und Entwicklungen in den entlegenen Dörfern. Frauen werden damit zu Motoren und Initiatoren des Fortschritts in vielen Bereichen des sozialen Lebens.

Eine lange und beschwerliche Autofahrt mit den Multiplikatorinnen der Frauengruppen und unter „schwesterlicher“ Begleitung aus dem Frauenorden fuhr die Gruppe über unbefestigte Straßen zu den Menschen in den entfernt liegenden Dörfern. Alle probierten die auf dem Holzkohlenfeuer vorbereiteten Köstlichkeiten; einzig der holzkohlenartige Geschmack des abgekochten Wassers war gewöhnungsbedürftig. Bewunderung und Aufmerksamkeit fanden die auf einfachen Bambusgestellen gewebten bunten Sarongstoffe mit ihren regionalen Mustern, die den Frauen gerne zu einem fairen Preis abgekauft wurden und jetzt die Erinnerungen an die vielen neuen Erfahrungen bündeln.

Bei ihren Besuchen in den Dörfern wurde die Gruppe vom Stammeshäuptling in die großen Bambushäuser mit ihren hohen Alang-Alanggras gedeckten Dachspitzen eingeladen. Die Häuser sind in drei Ebenen aufgeteilt und beherbergen unten die Tiere, darüber die Menschen, und in der Spitze des Daches den animistischen Gott „Merapu“. Auf dem Dorfplatz waren Opferstätten durch aufeinandergeschichtete Steinplatten und geschnitzte Holzfiguren als heilige Orte gekennzeichnet.

Die Sumbanesen fühlen sich mit ihren Toten auf eine besondere Weise verbunden. In Megalith-Grabstätten auf den Hausgrundstücken finden sie ihre letzte Ruhe und werden zu besonderen Beratungen durch Erinnerung in die Mitte der Gemeinschaft gerufen und befragt. Gerne erzählten die Männer von ihren Reiterwettkämpfen, der „Pasola“ und schwärmten von ihren schnellen Pferden und den flinken Reitern, die dem Gegner im Reiterkampf die Speere aus der Hand schlagen.

Bei den Besuchen boten geschäftstüchtige Männer ihren „Parang“, ein Buschmesser mit geschnitzten Handgriffen, sowie Bambusdöschen für den Betelnuss- und Tabakvorrat als auch Musikinstrumente zum Kauf an. Der Preis für die erworbenen Souvenirs wurde in einem längeren Palaver ausgehandelt.

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