Heavy-Metal und Lyrik:
Gedanken von der Seele geschrieben

Lüdinghausen -

Es ist schwierig, Sebastian Radu Groß in ein Klischee zu stecken. Der 37-jährige Lüdinghauser ist multimedial künstlerisch unterwegs. Er schreibt Gedichte, Kurzgeschichte und spielt düsteren Heavy-Metal.

Samstag, 18.10.2014, 15:10 Uhr

Wie passt das denn zusammen? Beruf: Sozialversicherungskaufmann. Musik: Heavy-Metal, möglichst schwarz und duster. Literatur: Lyrik, ebenfalls duster und verwegen. Sebastian Radu Groß ist nicht so recht in Klischees zu pressen. Der Lüdinghauser beweist das mit seinem jüngsten Werk „ Aschendämmerung “: Es ist ein Buch, zu dem aber auch als „Bonus“ eine CD/DVD gehört. Den Mainstream-Geschmack trifft er damit sicherlich nicht. Will Groß auch gar nicht. Er will sich vielmehr seine Gedankenwelt von der Seele schreiben. „Ich bin der lebende Beweis dafür, dass nichts so ist, wie es scheint“, versichert der 37-Jährige.

Daktylos, Hexameter und wie die alten Versmaße noch alle heißen, spielen für Sebastian Radu Groß keine Rolle. Von Reimen ganz zu schweigen. Er verfasst seine Gedichte so, wie es ihm aus der Feder fließt. Immer wieder drehen sich seine Zeilen um Begriffe wie Seele, Leben, Blut, Tod. Die Stimmung ist meistens düster. Nicht jeder kann mit solchen Texten etwas anfangen. Aber sie lassen Raum zur Interpretation. Man muss sich halt darauf einlassen.

„Entfessle die Kraft der Schrift, um sie mit der Musik zu vereinen“, heißt es im Trailer zu „Aschendämmerung“. Diese Vereinigung hat Sebastian Radu Groß geschafft. Er ist nicht nur Autor – er ist auch Musiker. Viele seiner Texte wurden zu Songs seiner Band „Anima Mortalis“, in der seine Frau Heike Groß-Gerenkamp übrigens den Gesang übernommen hat. In der Musik geht es düster und geheimnisvoll weiter. „Schreiben ist ein Weg, das Innere nach außen zu kehren. Auch in der Musik ist eine intensivere und grenzüberschreitende Kunst“, schreibt Groß über sich und seine künstlerischen Vorlieben. „Metal wurde im Laufe meines Lebens ein fester Bestandteil und beinhaltet eine eigene Lebensphilosophie.“ Diese Philosophie erschließt sich wohl nicht jedem Leser oder Hörer. Aber sie ist es wert, sich darauf einzulassen.

Lyrikband mit Kurzgeschichten und als Dreingabe eine CD/DVD – das wäre eine zu simple Beschreibung seines Buches. Groß verlangt seinem Publikum einiges ab. Denn bei „Aschendämmerung“ handelt es sich sowohl um die Fortsetzung, als auch um die Vorgeschichte seines ersten Buches „Seelenwerke“. Etwas verwirrend? Man muss diese Gedankenwelt nicht verstehen.

Sebastian Radu Groß schreibt schon seit einigen Jahren. Als er sich mit Schriftstellern und der Literatur befasste, kam der Schreib-Virus über ihn. Die ersten Gedichte fanden den Weg über Magazine „Lyrikal Art“ und „Seelenkrater“ zum Publikum. Die andere Kunstform – Heavy-Metal-Musik – hatte er schon früher entdeckt („im Keller bei meinem Vater, wenn der malte, hörten wir Deep Purple “). Das Schreiben und die Musik verband Radu Groß in seiner Mitarbeit beim Online-Magazin „Metal-Impressions“ oder bei der Zeitschrift „Legacy“. „Ich bin multimedial unterwegs“, versichert das Multi-Talent.

Die Musik und das Schreiben haben übrigens noch eine Gemeinsamkeit: Geld ist mit beidem nicht zu verdienen, was den 37-Jährigen aber auch nicht stört. Beides ist für ihn „eine Herzensangelegenheit, hinter der ich zu 100 Prozent stehe“. Er ist nicht alleine mit dieser „brotlosen Kunst“. „Ich kenne so viele Leute, die fantastisch schreiben oder eine tolle Musik machen und bekommen dafür keinen Cent.“ 

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