Musor Flötenquartett spielte auf Burg Vischering
Mit einer überaus kultivierten Musizierweise überzeugt

Lüdinghausen -

Die traditionellen Silvesterkonzerte im stimmungsvollen Ambiente der Burg Vischering sind immer ein besonderes Erlebnis für die Musikliebhaber. Das Konzert mit dem Musor Flötenquartett verwöhnte auf hohem künstlerischen Niveau in überaus unterhaltsamer Weise. Die vier sympathischen Musikerinnen bezeichnen sich selbst als Musoretten, kokettierten dabei mit ihrer sinnlich inspirierenden Ausstrahlung und einer überaus kultivierten Musizierweise.

Freitag, 02.01.2015, 16:01 Uhr

Beim Silvesterkonzert auf Burg Vischering überzeugte das Musor Flötenquartett.
Beim Silvesterkonzert auf Burg Vischering überzeugte das Musor Flötenquartett. Foto: Axel Engels

Kennengelernt haben sich die Spanierinnen Gemma Corrales Argumanez und Laia Bobi Frutos , die Russin Ekaterina Ryzhova sowie die Deutsche Eva Maria Thonemann während ihrer Studienzeit an der renommierten Kölner Musikhochschule, bilden seitdem eines in dieser Instrumentenkombination seltenen Flötenquartette .

Für ihr Konzert auf der Burg Vischering hatten sie ein exquisites Programm zusammengestellt, das stilistische und zeitliche Grenzen überwand und so für jeden Musikgeschmack das passende Lieblingswerk bereithielt. Einen Teil nahmen dabei Bearbeitungen von allseits bekannten Opernmelodien ein, die mit dem farbenreichen Klang der vier Querflöten einen ganz besonderen Charme entfalten konnten. Spielfreude und Lebendigkeit prägten die „Ouvertüre zu „Die Hochzeit des Figaro“ KV 492“ von Wolfgang Amadeus Mozart, und bei der „Fantasie sur Carmen“ von François Borne zeigten die vier Musikerinnen spanisches Temperament mit Esprit und Leidenschaft. Bei dem „Reigen seliger Geister“ aus „Orfeo ed Euridice“ von Christoph Willibald Gluck entführten sie in fast mystische Klangwelten, konnten auch bei dem „Scherzo“ aus „Ein Sommernachtstraum“ von Felix Mendelssohn Bartholdy mit ihrer Kunst das Publikum verwöhnen.

Wenn dann noch die beliebten Melodien aus Peter Tschaikowskis „Der Nussknacker“ das Publikum auf ganz spritzige Art verzauberte, verband sich beste Unterhaltung mit technisch brillanter Spielweise. Welch große Sensibilität und Einfühlungsvermögen die vier Musikerinnen in die Tonsprache eines Komponisten haben, zeigte sich in der von Ekaterina Ryzhova erstellten Transkriptionen der „Pavane“ von Gabriel Fauré und den „Bildern einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski. Beide Kompositionen sind für Klavier solo geschrieben worden, die „Pavane“ kennt man auch in Faurés Orchesterfassung. Mit den Mitteln eines Flötenquartetts wurde der tänzerische Charakter transparent erfahrbar, spürte man die Spannung und Gefühlstiefe dieses einem alten spanischen Tanz nachempfundenen Werkes. Bei der Bearbeitung der „Bilder einer Ausstellung“ für vier Querflöten zeigte die Flötistin Ekaterina Ryzhova sehr viel Gespür für die Umsetzbarkeit. Das Quartett schritt gleichsam majestätisch bei der orchestral anmutenden „Promenade“, erstrahlte die wunderbare Melodie des „Il vecchio castello“ über filigranen Klängen und bei dem „Ballett der unausgeschlüpften Küken“ konnte das Quartett seiner Spielfreude einfach freien Lauf lassen.

Bei solch die Sinne verwöhnender Musizierweise fand auch das vom Jazz inspirierte dreiteilige „Uptime“ der Kölner Komponistin Heike Beckmann ein aufgeschlossenes Publikum. Wieder einmal hat Christine Sörries bei der Gestaltung dieses Silvesterkonzertes mit dem Musor Flötenquartett eine sehr gute Wahl getroffen, dem Publikum zum Jahresabschluss ein spritzigen Musikerlebnis geschenkt.

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