Frauen fühlen sich gefährdet
Entenjagd ist Fall für den Staatsanwalt

Lüdinghausen -

Ein juristisches Nachspiel hat eine Entenjagd, zu der sich Ende vergangenen Jahres drei Jäger im Bereich der Südwiese trafen: Gegen die drei Männer wurde Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Münster erstattet, nachdem sich zwei Spaziergängerinnen durch umherfliegende Schrotkugeln gefährdet sahen.

Donnerstag, 08.01.2015, 12:01 Uhr

Der Zwischenfall ereignete sich am 20. Dezember. Zwei Frauen gingen nach eigenen Angaben an der Stever entlang von der Geest zum Zusammenfluss der Osten- und Mühlenstever. Das Knallen, das sie plötzlich hörten, entpuppte sich allerdings nicht als verfrühtes Silvester-Feuerwerk. Es handelte sich nach ihren Angaben um Schrotkugeln , die in einen Metallzaun einschlugen. Erst dann sahen sie drei Jäger, die auf der gegenüberliegenden Steverseite auf Enten schossen. Eine dritte Spaziergängerin brach ihren Spaziergang ab, nachdem eine Garbe von Schrotkugeln vor den Frauen eingeschlagen war.

Die beiden Frauen stellten die Jäger auf dem Rückweg auf der westlichen Seite der Stever zur Rede und ließen sich die Jagdscheine zeigen, um die Männer identifizieren zu können.

 „Tatort“ in unmittelbarer Nähe eines Wohngebiets

In dem Schreiben an die untere Jagdbehörde beim Kreis Coesfeld , das der Redaktion vorliegt, wird vom Rechtsbeistand der beiden Frauen ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Jäger ohne Warnschilder aufgestellt zu haben, der Jagd nachgegangen waren. Zudem liegt der „Tatort“ in unmittelbarer Nähe des Wohngebietes Paterkamp, und der Steverseitenweg wird von Joggern, Fußgängern und Radfahrern stark frequentiert.

Der Kreis Coesfeld als untere Jagdbehörde, der ebenfalls über den Vorfall informiert wurde, wollte sich nicht konkret zu den Vorwürfen gegenüber den beiden namentlich benannten Jagdausübungsberechtigten äußern, zumal die Staatsanwaltschaft mittlerweile in den Fall involviert ist. Herbert Lücke , zuständig für das Jagdwesen bei der Kreis-Ordnungsbehörde, räumte allerdings ein, dass es während der Jagdsaison gelegentlich zu Auseinandersetzungen zwischen Jägern und Anliegern komme. Grundsätzlich werde den Jagdscheinbesitzern schon bei der Prüfung die Rücksichtnahme auf Ruhe, Ordnung und Sicherheit eingeimpft. Gerade in Bereichen, die an Wohngebiete grenzen, sei besondere Vorsicht geboten.

Beim aktuellen Geschehen an der Stever ist der Kreis zunächst einmal „außen vor“. Als Waffenbehörde könnte der Kreis im Anschluss an die Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft jedoch noch einmal „ins Geschäft“ kommen. So könnte beispielsweise die „waffenrechtliche Zuverlässigkeit“ der beiden Jagdausübungsberechtigten geprüft werden, erläuterte Lücke.

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