Michael Voges geht vors Verwaltungsgericht:
„Drucker-Staub macht krank“

Lüdinghausen -

Der Staub aus Laser-Druckern hat ihn Krank gemacht. Jetzt klagt Michael Voges auf Anerkennung seiner Haut-Entzündungen als Berufserkrankung.

Samstag, 24.01.2015, 07:01 Uhr

Michael Voges macht einen Bogen um Laser-Drucker. Er nutzt nur noch Tintenstrahl-Drucker.
Michael Voges macht einen Bogen um Laser-Drucker. Er nutzt nur noch Tintenstrahl-Drucker. Foto: west

Wenn Michael Voges einen Aktenordner oder einen Stapel Schriftsätze in die Hand nimmt, greift er vorher zu Einweghandschuhen und saugt das Papier mit einem Staubsauger ab. Steuerberater Michael Voges ist kein Pingel. Aber seine Leidensgeschichte hat ihn gelehrt, vorsichtig zu sein. Was ihm das Leben so schwer macht, ist der Toner-Staub. Die emittierten Kleinstpartikel haben bei ihm eine verheerende Wirkung: Die Schleimhäute schwellen an, er bekommt am ganzen Körper Ekzeme, alles juckt. Vor dem Verwaltungsgericht Münster klagt der 57-Jährige gegen seinen früheren Arbeitgeber, die Oberfinanzdirektion Münster. Voges will die Entzündung der Haut als Berufskrankheit anerkannt wissen.

Michael Voges‘ Leiden begann im Jahre 2000, als er in den Innendienst des Finanzamtes versetzt wurde. Immer häufiger bildeten sich Ekzeme und Entzündungen. Er lief von einem Arzt zum nächsten, es wurden Tests gemacht, Heilpraktiker gaben ihr Bestes. Im Urlaub oder bei längerer „Abstinenz“ vom Arbeitsplatz linderten sich die Schmerzen. Als er im Jahre 2010 eher zufällig in seinem Urlaub einen Laserdrucker samt Toner „auseinandernahm“, stellten sich schlagartig die Symptome ein. „Mir fiel es wie Schuppen von den Augen“, erinnerte sich Voges im WN-Gespräch. Sein Verdacht, dass die Toner-„Ausdünstungen“ für sein Leiden verantwortlich war, wurde danach von der Uniklinik Münster bestätigt. „Mein Körper hat mittlerweile so allergisch reagiert, dass ich keine Gebäude mehr betreten konnte, in denen Laserdrucker betrieben werden“, so Voges. Das betrifft natürlich auch seinen Dienstsitz am Finanzamt. Überall in den Ämtern wird mit Laserdruckern gedruckt. Die Konsequenz war die Frühpensionierung Ende September 2012 mit 54 Jahren. Glücklich darüber ist Voges allerdings nicht. Kein Wunder: Als Folge der Frühpensionierung muss er Einkommenseinbußen hinnehmen. Um diese zu vermeiden, klagt er gegen den Ex-Arbeitgeber, damit die Haut-Entzündung als Berufskrankheit anerkannt wird. „Es ist nämlich keine Allergie. Es handelt sich um eine Vergiftung“, erläutert Voges. Der Feinstaub schädige die Zellen und die DNA.

Große Hoffnungen setzt er jetzt auf eine Studie über die Auswirkung von Toner-Stäuben, die von der Stiftung „Nano-Control“ – einer Selbsthilfegruppe – in Auftrag gegeben wurde. Beteiligt waren auch die Universitäten Bern und Freiburg. Das Magazin „Markt“ im dritten Programm des WDR-Fernsehens will diese Studie am kommenden Montag um 21 Uhr vorstellen.

 

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