Gutachter legt Expertise vor:
Linden am Kirchplatz haben keine Zukunft

Lüdinghausen -

Heiligabend 2013 ist der Kirchplatz nur knapp einer Katastrophe entgangen, als eine der über 120 Jahre alten Linden auf das Café Holtermann zu stürzen drohte. Eine weitere Linde musste im Frühjahr 2014 ebenfalls aus Sicherheitsgründen gefällt werden.

Freitag, 30.01.2015, 06:01 Uhr

Der Kettensäge zum Opfer fallen demnächst die Linden am Kirchplatz St. Dionysius.
Der Kettensäge zum Opfer fallen demnächst die Linden am Kirchplatz St. Dionysius. Foto: mib

Das hat den Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde St. Dionysius veranlasst, eine Baumuntersuchung jeder einzelnen Linde von einem vereidigten Sachverständigen für Baumpflege und Verkehrssicherung von Bäumen vornehmen zu lassen. Dieser Bericht ist dem Kirchenvorstand kurz vor Weihnachten zugegangen und nun den Nachbarn rund um die Kirche vorgestellt worden. In der Abschlussbemerkung der Untersuchung heißt es, „Dass alle untersuchten Linden über eine schwache Vitalität verfügen. Die Fällung von drei Bäumen wird im Winter 2014/2015 empfohlen. Den anderen Linden wird eine geringe Bestandsprognose von wenigen Jahren gegeben. Aus gestalterischer als auch baumpflegerischer Sicht sei es daher sinnvoller, in einem Gesamtkonzept die neun vitalschwachen Linden zeitnah zu entnehmen und eine Neupflanzung von neun vitalen Junglinden an den Altstandorten durchzuführen“.

„Ich habe von Theologie Ahnung, vom Baumwuchs aber weniger“, sagte Pfarrer Benedikt Elshoff, der Hubertus Hölper die Bewertung der Untersuchung überließ. Es wäre fahrlässig, nach diesem Gutachten nichts zu unternehmen, waren sich alle Anwesenden einig, zumal der Kirchplatz und die Schulstraße von vielen Kindern auf dem Weg zur Schule oder Kindergarten genutzt wird. „Müssen es wieder Linden sein, die doch sehr viel Dreck machen?“, wurde gefragt. Seitens des Bischöflichen Generalvikariats sind Linden erwünscht, da sie in dieser Gegend zum Bild eines Kirchplatzes gehören. Der Fachmann habe eine Winterlinde vorgeschlagen, die Honig-ärmer ist.

Der Kirchenvorstand nahm Anregungen der Nachbarn gern entgegen, die neuen Bäume, die zwischen zehn und 15 Meter hoch werden, weiter zurück auf den Kirchplatz und in eine größere und ebenerdige Baumscheibe zu pflanzen. Gefragt wurde auch, ob es wieder so viele Bäume sein müssen. Friedhelm Landfester , Vorsitzender des Heimatvereins, fragte nach der zukünftigen Anbringung der Weihnachtsbeleuchtung. Da boten sich spontan Nachbarn an, diese an ihren Häusern zu befestigen.

Das Bild der Dorfmitte wird sich aber nicht nur auf der nördlichen Seite der Kirche verändern. Im Zuge der Arbeiten werden auch die sechs Linden zum Don-Bosco-Haus der Säge zum Opfer fallen.

Nach den Ausschreibungen sollen die Bäume im Frühjahr gefällt und im Herbst durch Neupflanzungen rund um die Kirche ersetzt werden. „Wir haben keinen Druck“, herrschte bei Kirchenvorstand und der Nachbarschaft, die weiter im Gespräch bleiben wollen, große Einigkeit.

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