Bruder Lothar Wagner aus Sierra Leone schreibt an Förderer
Weg bis zum Ende von Ebola ist noch weit

Lüdinghausen -

Fast 15 000 Euro „erradelte“ Peter Friemel bei seiner Sponsoren-Fahrradtour, die ihn nach Benedikgbeuern führte. Das Geld stellt er dem Salesianerbruder Lothar Wagner, Theologe und Sozialpädagoge, für dessen Arbeit in Sierra Leone zur Verfügung. Bruder Lothar hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten insbesondere um die Ebola-Bekämpfung gekümmert. In einem Schreiben an Peter und Luise Friemel informiert er die Spender über die jüngsten Entwicklungen:

Dienstag, 03.02.2015, 12:02 Uhr

Bruder Lothar Wagner besuchte im vergangenen Jahr Peter und Luise Friemel in Lüdinghausen und informierte sie über die Ebola-Situation in Sierra leone.
Bruder Lothar Wagner besuchte im vergangenen Jahr Peter und Luise Friemel in Lüdinghausen und informierte sie über die Ebola-Situation in Sierra leone. Foto: west

„Liebe Freunde von Don Bosco Fambul!

Der Abwärtstrend der Fallzahlen von neuen Ebola-Infektionen hält an. Vorsichtiger Optimismus macht sich auch bei uns in Don Bosco Fambul breit. Diese positive Entwicklung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Weg bis zum Ende der Ebola-Pandemie noch weit ist. Erfahrungsgemäß ist gerade der Kampf um die letzten Ebola-Fälle besonders schwierig. Der sierra-leonische Präsident spricht davon, dass Ebola bis zum März besiegt werden könne. Wir sind da zurückhaltender und sprechen von Mitte des Jahres – wenn der Kampf gegen Ebola weiterhin straff organisiert bleibt.

Nichtsdestotrotz können wir bereits nach fast einem Jahr „Ebola-Krise“ ein kurzes Fazit der Don-Bosco-Arbeit ziehen: Mit unserer kostenfreien Hotline 116 konnten und können wir nach wie vor landesweit eine sehr wichtige Präventionsmaßnahme der Gesundheitsaufklärung anbieten und wichtige, unmittelbare Hilfsmaßnahmen einleiten. Mit dem Aufbau des größten Therapiezentrums haben wir rechtzeitig agiert und leisten dort wichtige psycho-soziale Hilfen für traumatisierte Kinder und Jugendliche. Durch rechtzeitige und notwendigen Sicherheitsmaßnahmen wie zum Beispiel dem Aufbau von Isolierstationen in unserem Rehazentrum für Straßenkinder, in unserem Mädchenhaus für sexuell missbrauchte Mädchen und junge Frauen sowie im Zentralgefängnis für junge Gefangene konnten wir fast alle unsere Projekte fortführen. Das war insofern wichtig, da es besonders in diesen Bereichen der Straßensozialarbeit, Mädchenarbeit und Gefängnisarbeit während der Ebola Krise eine deutlich höhere Opferzahl zu beklagen gab. Daher möchte ich nochmals allen Privatspendern, Initiatoren von Spendenaktionen sowie unseren Premium Partnern danken, die nicht nur direkte Hilfen für Ebola betroffene Kinder ermöglicht, sondern auch den Fortbestand laufender Hilfsmaßnahmen in Don Bosco Fambul gesichert haben. Herzlichen Dank!

Wir schalten nun verstärkt von der Ebola-Krisenintervention auf den Wiederaufbau um. Wir dürfen nicht vergessen, dass viele Familien durch den Tod von Familienangehörigen herbe Rückschläge erlebt haben. Über 5000 Kinder haben entweder ihre Eltern oder einen wichtigen Haupternährer verloren. Unsere Sorge gilt besonders ihnen. Menschen haben ihre Arbeit verloren. Armut, Hunger und Krankheit gehören zum derzeitigen Bild von Sierra Leone . Unsere Hilfsmaßnahmen werden weiter dringend gebraucht.

Und so bitte ich auch Sie uns weiterhin zu unterschützen, um den vielen jungen Menschen eine hoffnungsfrohe Zukunft in Sierra Leone zu ermöglichen.“

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