Kein Festival in den Borkenbergen
Seltene Vögel vertreiben Raver

Lüdinghausen -

Die Mega-Party für alle Raver, die am 6. Juni auf dem Flugplatz Borkenberge stattfinden sollte, fällt aus: Aus Gründen des Naturschutzes hat der Kreis Coesfeld sein Veto eingelegt. In unmittelbarer Nähe des Party-Geländes brüten viele bedrohte Vogelarten. Die sollen nicht gestört werden.

Montag, 09.03.2015, 23:03 Uhr

„Mayday“ heißt eine der größten Techno-Partys Deutschlands, die in der Westfalenhalle in Dortmund stattfindet. Veranstalter „I-Motion“ wollte die Party in die Borkenberge holen.
„Mayday“ heißt eine der größten Techno-Partys Deutschlands, die in der Westfalenhalle in Dortmund stattfindet. Veranstalter „I-Motion“ wollte die Party in die Borkenberge holen. Foto: Thomas Frey -dpa-

Das ist ein klassischer Fehlstart: Das Techno-Festival , das eigentlich am 6. Juni auf dem Flugplatz Borkenberge stattfinden sollte (die Westfälischen Nachrichten berichteten), fällt aus. Ob es auf den Herbst verschoben wird oder erst im nächsten Jahr stattfinden kann, stand am Montag noch nicht fest. Der Schutz der brütenden Vögel in dem benachbarten Schutzgebiet ist Ursache für die Terminverschiebung.

Die Vorbereitungen waren schon weit fortgeschritten. So trafen sich bereits Mitte Februar im Lüdinghauser Rathaus die Fachbehörden und die Organisatoren des Veranstalters „i-Motion“, um das Genehmigungsverfahren miteinander abzustimmen. Dass erst danach ein „Nein“ seitens des Kreises Coesfeld kam, war auch Hermann Grömping von der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis Coesfeld „mächtig peinlich“. „Das ist wirklich etwas doof gelaufen. Wir waren immer davon ausgegangen, dass die Veranstaltung zum Termin des früheren Area 4-Festivals, also Ende August, stattfinden sollte. Wir fielen aus allen Wolken, als vom 6. Juni die Rede war“, so Grömping auf Anfrage der Westfälischen Nachrichten.

„Wir sind hier fast unmittelbar im FFH-Gebiet“, erläuterte Gröming die Situation aus Sicht des Naturschutzes. In unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Schutzgebiet von europäischem Rang und dann auch noch zum Höhepunkt der Brutsaison eine solche Mega-Party durchzuführen, sei absolut unmöglich, argumentierte Grömping. Innerhalb des Schutzgebietes brüten Ziegenmelker, Kraniche, verschiedene Gänsearten, Wachteln oder die Heidelärche. „Viele Arten stehen auf der Roten Liste“, begründete Grömping die Schutzwürdigkeit.

In der vergangenen Wochen wurden die Stadt Lüdinghausen und der Veranstalter über das „Aus“ für das Raver-Festival, für das es übrigens noch keinen offiziellen Namen gab, informiert. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Seitens des Veranstalters war gestern noch keine Stellungnahme erhältlich. Daher ist auch noch unklar, ob es noch im Spätsommer einen Ausweichtermin geben wird. Wahrscheinlicher scheint jedoch ein zweiter Anlauf im kommenden Jahr zu sein.

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