Milchtankstelle auf dem Hof Lenfers
Erst kommt das Melken – dann das Zapfen

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Rohmilch aus der Region: Familie Lenfers hat auf ihrem Hof eine Milchtankstelle installiert. Eine Menge Kunden machen von diesem Frische-Service bereits Gebrauch.

Freitag, 27.03.2015, 13:03 Uhr

Direktvermarktung: Marie-Theres, Heinrich, Christina und Marc Lenfers bieten Rohmilch auf dem Hof an. Kundin Gaby Kleinböhmer (kleines Bild) ist aus Senden zu dem Automaten geradelt.
Direktvermarktung: Marie-Theres, Heinrich, Christina und Marc Lenfers bieten Rohmilch auf dem Hof an. Kundin Gaby Kleinböhmer (kleines Bild) ist aus Senden zu dem Automaten geradelt. Foto: di

Sie hat sich aufs Rad geschwungen, um von Senden aus tief in die Bauerschaft Wierling zu strampeln. Gaby Kleinböhmer nimmt den Weg gerne auf sich. Denn: „Ich habe schon lange nach einem Bauern gesucht, der frische Milch verkauft“, sagt die Kundin, die nun auf dem Hof Lenfers fündig geworden ist. Dort hat vor wenigen Tagen die „Milchtankstelle“ ihren Betrieb aufgenommen.

Die Kunden kommen schon ziemlich reichlich, nachdem Soziale Netzwerke und Mund zu Mund-Propaganda den Service verbreitet haben.

Dass ordentlich Milch fließt, ist auch nötig, denn Familie Lenfers hat kräftig investiert. Die Kosten für den Automaten, der Münzen und Scheine schluckt, um die kühle weiße Flüssigkeit auszustoßen, sowie für Holzhütte, Logo, Infotafeln und Broschüren beliefen sich in etwa auf die Summe, die für einen schickeren Kleinwagen hinzublättern ist, umschreiben Heinrich und Marc Lenfers den finanziellen Aufwand.

Ein zweites Standbein bietet der „Direkt-aus-dem-Euter“-Milchverkauf für den landwirtschaftlichen Betrieb dennoch nicht. Dafür sind die Mengen zu klein, die rund um die Uhr und jeden Tag für einen Euro pro Liter gezapft werden können.

Für die Familie, die seit Generationen einen bäuerlichen Betrieb führt, geht es aber auch darum, mit eigenen Produkten und auf dem eigenen Hof ein Bild der Landwirtschaft zu zeichnen, das den tatsächlichen Verhältnissen entspricht.

Dass Milch frisch aus dem Euter und von einem Hof, der sich hinter die Kulissen schauen lässt, bei Verbrauchern Sympathien weckt, hat Familie Lenfers schon deutlich gespürt, seit der Automat installiert wurde.

► Am Sonntag (29. März) wird die Milchtankstelle ab 11 Uhr auf dem Hof Lenfers offiziell eröffnet. Besucher bekommen die Möglichkeit, dabei auch den landwirtschaftlichen Betrieb kennen zu lernen.

Zahl der Milchbauern nimmt ab

► Der Hof Lenfers gehört mit 170 Milchkühen und 150 heranwachsenden Rindern zu den mittelständischen Familienbetrieben der Milchwirtschaft.

► Die Milchvieh-Betriebe erleben, wie die gesamte Landwirtschaft, einen Konzentrationsprozess: 2003 wurden im Kreis Coesfeld 12 771 Milchkühe in 347 Betrieben gezählt, im Jahr 2014 waren es fast genauso viele Kühe (12 930) auf 227 Höfen, lautet die Auskunft von Stefan Wolfert, Sprecher des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

► Aus seiner Sicht ist Direktmarketing in der Region ein Thema, aber kein stärkerer Trend. Anders sehe dies bei Betrieben im oder am bevölkerungsreichen Ruhrgebiet aus. Milchtankstellen seien im Kreis anzutreffen, aber nicht rund um Senden.

► Die Rohmilch auf dem Hof Lenfers wird direkt nach dem Melken auf 4 Grad gekühlt.

► Rohmilch erfordert Standards an Sauberkeit der Gefäße. Das Abkochen wird bei kleinen Kindern empfohlen.

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