Borkenberge-Situation Thema für Bauern:
Verträge entstanden „unter Druck“

Seppenrade -

Der Abschied des Militärs aus den Borkenbergen beschäftigt die Landwirtschaft. Kein Wunder, dass die Einladung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes auf große Resonanz stieß. Rund 100 Interessierte aus der gesamten Region fanden sich im Haus Waldfrieden in Dülmen-Börnste ein, um insbesondere über mögliche Grundstücks-Rückforderungen zu beraten. „Es sieht aus, als wenn nur wenige Grundstücksbesitzer Chancen auf eine erfolgreiche Rückforderung hätten“, kommentierte Raphael van der Poel, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld, die Situation.

Sonntag, 19.04.2015, 06:04 Uhr

Bis in die vergangenen 80er Jahre, so berichtete van der Poel im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten , seien Verträge mit Landwirten über die Nutzung von Flächen geschlossen worden. Die ersten Vereinbarungen sind dagegen weit über 100 Jahre älter und stammen somit noch aus „Kaisers Zeiten“. Den Kreisverbänden liegen mittlerweile eine Reihe von Verträgen zur Prüfung vor. In den Formulierungen werde durchaus deutlich, dass die Vereinbarungen „auf Druck hin“ geschlossen wurden – quasi zur „Vermeidung“ einer Enteignung. Welche Konsequenzen sich aus diesen Verträgen ergeben, will der Kreisverband prüfen und die betroffenen Landwirte gegebenenfalls bei einem Rechtsstreit weiter begleiten, kündigte van der Poel an. Der Geschäftsführer und der Justiziar des Verbandes räumen ein, dass bei vielen Verträgen die Einspruchsfristen verjährt sind. Trotzdem könnte es zu Streitfällen kommen.

Angesprochen wurde aber auch die grundlegende Frage nach der Zukunft des Geländes, wenn sich die Briten am 31. Mai verabschiedet haben. Bisher hat sich die Landwirtschaft bei diesem Thema zurückgehalten, während Naturschutzverbände den Finger gehoben haben. „Wir sehen uns als gute und zukunftsfähige Partner“, kommentierte van der Poel die Situation. Bereits jetzt würden Flächen innerhalb der Borkenberge (extensiv) bewirtschaftet. Warum sollte sich das ändern? Zumal es für die Region einen hohen Schutz durch Landschaftspläne und FFH-Richtlinien gebe, sei mehr Bewirtschaftung nicht möglich.

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