„Inklusion braucht Aktion“
Zittlau rappt vor oder mit dem Papst

Lüdinghausen -

Vor dem Papst sind schon viele Künstler aufgetreten oder waren bei Audienzen zu Gast. Diese Reihe der Promis wird demnächst verlängert um Dennis Zittlau aus Lüdinghausen. Im Rahmen der Tour „Inklusion braucht Aktion“ bekommt er eine Privataudienz.

Montag, 04.05.2015, 07:05 Uhr

Dennis Zittlau sitzt zwar im Rollstuhl, aber er fährt Handbike und engagiert sich für „Inklusion braucht Aktion“.
Dennis Zittlau sitzt zwar im Rollstuhl, aber er fährt Handbike und engagiert sich für „Inklusion braucht Aktion“. Foto: miro

Als die Bitte kam, die Aktion „ Inklusion bracht Aktion“ zu unterstützen, war für Dennis Zittlau die Antwort schon klar. „Das ist Ehrensache.“ Dass Zittlau für die Inklusion und die Verbesserung der Lebensumstände von Behinderten eintritt, verwundert nicht: Er sitzt selber nach einem Unfall seit elf Jahren im Rollstuhl. Für ihn hat die Tour, mit der auf die Inklusion aufmerksam gemacht werden soll, einen besonderen Höhepunkt: Am 2. September ist er nicht nur zu Gast in der Deutschen Botschaft in Rom . Anschließend wird er bei einer Privataudienz beim Papst singen.

2700 Kilometer lang ist die PR-Tour, mit der der Verein „Health Media“ das Thema „Inklusion“ in die Köpfe der Menschen bringen will. Die Tour führt von Dänemark über Polen, Tschechien und Österreich bis nach Rom. Karl Grand und Sven Marx wollen diese Strecke radeln – allerdings nicht alleine. In großen Städten werden sie von „Promis“ erwartet. Ex-Rennrad-Profi Marcel Wüst, Olympiasieger Ulrike Nasse-Meyfarth oder die Bundesbehindertenbeauftragte Verena Bentele werden auch die eine oder andere Etappe am Start sein. „Ich fahre vielleicht mal 30 oder 40 Kilometer mit dem Handbike mit“, berichtete Tour-Botschafter Dennis Zittlau im Gespräch mit den WN. Sein „Einsatz“ kommt in anderer Hinsicht. Er wird seine Botschaft singend „unters Volk“ bringen, unterstützt von der Leipziger Sängerin Manja. Passend zur Aktion heißt der Song auch „Inklusion braucht Aktion“. Er ist bereits auf Youtube veröffentlicht. Der Text wird übrigens von Christine Dammann aus Lüdinghausen in die Gebärdensprache übersetzt – das gibt es auf Musik-Videos auch nicht jeden Tag. Auch vor dem Papst wird er diesen Titel singen. „Das wird sicherlich ein ganz besonderes Erlebnis“, ist sich Zittlau sicher.

Aber nicht nur in Rom wird der Lüdinghauser Rapper, der sich eigentlich unter seinem ironischen Namen „Sittin‘ Bull“ in der Musikszene einen Namen gemacht hat, auftreten. Flensburg, Berlin und München sind Stationen, auf denen Sittin‘ Bull auch noch mit von der Partie ist. In Berlin wird auch die Fackel übergeben, die bis nach Rom transportiert werden soll.

„Inklusion braucht Aktion“ ist nicht die einzige Aktion, für die sich der Lüdinghauser engagiert, wenn es um Behindertenrechte geht. „Wingsforlife“ ist eine andere Aktion. Weltweit finden Lauf-Veranstaltungen statt, um die zu unterstützen, die „nicht laufen können“, wie es im Slogan der Organisation heißt. In St. Pölten waren gestern 5000 Menschen am Start, um für Knochenmarkforschung zu laufen. Weltweit sollten es 35 000 Läufer sein. Auch in Niederösterreich trat der Lüdinghauser Sänger gestern auf – wie schon im Vorjahr. „Ich habe mich intensiv mit dem Thema Inklusion befasst. Da muss noch viel passieren“, so Zittlau. 

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