Franziskanerinnen seit 120 Jahren in Lüdinghausen
Das Evangelium leben

Lüdinghausen -

Gleich zwei Gedenktage feiern die in Lüdinghausen ansässigen „Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe“ in diesen Tagen. Ihr Orden wurde am 10. Mai 1835 im niederländischen Heythuysen von Catharina Damen – ihr Ordensname lautete Schwester Magdalena – gegründet. Und seit 1895 sind die Ordensfrauen in der Steverstadt ansässig. Der Grundstein für das Anto­niuskloster wurde am 12. August 1895 gelegt, eingeweiht wurde es bereits im darauffolgenden Jahr im Oktober 1896.

Samstag, 09.05.2015, 14:05 Uhr

Vor 120 Jahren haben sich die „Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe“ in Lüdinghausen niedergelassen. Der Orden wurde 1835 in den Niederlanden von Catharina Damen (Schwester Magdalena, 1787-1858) gegründet. Über den Orden berichten die Schwestern Gerhardis Schütter (kl. Foto von l.), Provinzoberin Katharina Kluitmann und Ursula Ostermann.
Vor 120 Jahren haben sich die „Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe“ in Lüdinghausen niedergelassen. Der Orden wurde 1835 in den Niederlanden von Catharina Damen (Schwester Magdalena, 1787-1858) gegründet. Über den Orden berichten die Schwestern Gerhardis Schütter (kl. Foto von l.), Provinzoberin Katharina Kluitmann und Ursula Ostermann. Foto: wer

Lebten in Hochzeiten etwa 80 Schwestern im Antoniuskloster, sind es aktuell 42 vorwiegend ältere Schwestern, erzählt die Provinzialoberin Katharina Kluitmann . Noch immer übernähmen die Schwestern allerdings nicht nur hausinterne Dienste, sondern würden auch darüber hinaus wirken, etwa bei Besuchsdiensten im angrenzenden Altenheim Antoniushaus. Überhaupt sei ihr Orden sehr offen und nach außen gewandt. „Wir leben das Evangelium mitten unter den Menschen“, so Schwester Katharina. Sie selbst ist Pastoralreferentin, hat später in Rom Psychologie studiert, promoviert und arbeitet selbstverständlich in ihrem Beruf.

Nachhaltige Spuren haben die Franziskaner-Ordensfrauen durch ihre Schulgründung – das noch immer sprichwörtliche „Kloster“ – in der Steverstadt hinterlassen. Der Schulbetrieb startete bereits 1894, damals noch in einem Wohnhaus in der Münsterstraße als „Katholische Töchterschule“. Begonnen wurde zunächst mit 22 Schülerinnen, schon 1901 waren es 102. Drei Jahre später entstand eine sogenannte Übungsschule für angehende Lehrerinnen, beschreibt Schwester Ursula Ostermann . Die 85-jährige Ordensfrau kümmert sich um die Historie des Klosters, hat mehrere Bücher dazu verfasst. Sie selbst hat am Anton – damals noch reines Mädchen-Gymnasium – Deutsch, Religion und Hauswirtschaft unterrichtet. Die Mädchenschule ging 1975 in städtische Trägerschaft über, wurde zum städtischen Gymnasium.

Schwester Gerhardis Schütter hat selbst von 1946 bis 1956 die Mädchenschule besucht. 1959 ist sie in den Franziskanerinnen-Orden eingetreten. Nach Germanistik und Theologie hat sie kirchliche Orgelmusik studiert. Seit 2001 lebt sie wieder im Antoniuskloster. Viele Jahre hat sie die Novizinnen des Ordens begleitet. „Gott suchen und gemeinschaftsfähig sein“, beschreibt sie zwei Eigenschaften, die Frauen, die in den Orden eintreten wollten, mitbringen müssten.

„Wir sind eine relativ alte Gemeinschaft, aber wir sind lebendig und haben immer noch einen Sinn“, so Schwester Katharina Kluitmann, die seit 2012 als Oberin der Lüdinghauser Franziskanerinnen-Provinz amtiert. Ger­hardis Schütter ergänzt: „Ich glaube, dass sich noch immer Frauen finden werden, die so mit Gott leben wollen.“

Den 180. Ordensgeburtstag und das 120-jährige Bestehen des Antoniusklosters werden die Schwestern am morgigen Sonntag „im kleinen Kreis“ mit einem festlichen Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Benedikt Elshoff, feiern.

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