Bürgermeister-Kandidatin im Gespräch:
„Mit Kino und Rewe könnte ich leben“

Lüdinghausen -

Zur Bürgermeisterwahl am 13. September schicken SPD, Grüne und UWG eine gemeinsame Kandidatin ins Rennen – Doris Krüger. Die 50-jährige Juristin saß noch bis zur Kommunalwahl 2014 für die CDU im Stadtrat. Über ihre Motivation und ihre Ziele sprach sie mit WN-Redakteur Peter Werth.

Montag, 25.05.2015, 04:05 Uhr

Doris Krüger ist die Bürgermeisterkandidatin von SPD, Grünen und UWG für die Wahl am 13. September.
Doris Krüger ist die Bürgermeisterkandidatin von SPD, Grünen und UWG für die Wahl am 13. September. Foto: wer

Was hat für Sie den Ausschlag gegeben, zu sagen: Ich kandidiere?

Doris Krüger : Ich bin Lüdinghauserin seit 2004 und war seit 2009 fünf Jahre Mitglied des Stadtrats. Oft habe ich mir gesagt, dass man das besser machen könnte im Sinne der Stadt. Wir tun gut daran, uns auf unsere Stärken zu berufen. Das hat viel mit dem Cittaslow-Gedanken zu tun. Der Marktplatz etwa ist ohne gastronomische Belebung der „Stachel im Stadtbild“. Das will ich ändern. Ebenso ist der Leerstand in der Stadt zu bekämpfen. Wirtschaftsförderung muss Chefsache werden. Auch dafür trete ich ein. Und es geht darum, was wir uns leisten können. Wir müssen aufhören, immer mehr auszugeben, als wir einnehmen. Die Stadt braucht einen guten finanziellen Rahmen. Entscheidend ist: Die Wahl am 13. September ist eine Personenwahl, keine nach Parteibuch.

Noch vor wenigen Monaten waren Sie CDU-Mitglied. Jetzt sind Sie Kandidatin der Opposition im Rat. Wie passt das zusammen?

Doris Krüger: Die Absicht, in der Stadt etwas Positives zu bewirken, hat ja nichts mit einem Parteibuch zu tun. Der guten Idee ist es egal, woher sie kommt. Gute Ergebnisse haben etwas mit dem Politikstil zu tun. Und den will ich ändern. Dabei habe ich meine christlich-konservative Grundhaltung nicht mit dem Parteibuch abgegeben. Aber ich trete als parteilose, unabhängige und überparteiliche Kandidatin an. Ich bin sicher: Es gibt eine Chance für einen Wechsel.

In Lüdinghausen soll sich in den nächsten Jahren viel bewegen. Private Investoren haben große Pläne, die der amtierende Bürgermeister begrüßt. Wie stehen Sie zum Gesundheits-Campus?

Doris Krüger: Ich sehe das sehr positiv. Der Campus würde die Stadt als Gesundheitsstandort stärken, das geplante Gebäude ist städtebaulich ein Gewinn. Das Parkproblem ist sicher lösbar. Für mich ist aber die Frage, wie viele Parkplätze tatsächlich benötigt werden, nicht abschließend geklärt. Die Entscheidung sollte allerdings aufgrund von sachlich nachvollziehbaren Argumenten gefällt werden. Für politische Ränkespiele in dieser Frage fehlt mir das Verständnis.

Auch ein Kino ist geplant. Sehen Sie das an dem anvisierten Standort neben Bruno Kleine oder ist es Ihrer Meinung sogar überflüssig?

Doris Krüger: Überflüssig ist das nicht. Es wäre eine Belebung für die Stadt. Das Kino-Thema würde ich erneut aufgreifen, wenn ich die Wahl gewinne. Die Frage ist doch, was passiert mit dem Objekt, wenn das Kino nicht laufen sollte? Mit der Lösung Kino und Rewe könnte ich leben. Aber: Sind wir uns klar, dass wir damit eine „neue Mitte“ schaffen? Der Bürgermeister hat hier wieder einmal eine alternativlose Variante vorgestellt. Das war unnötig.

Was würde sich in der Stadt ändern, wenn Sie am 13. September die meisten Stimmen erhalten?

Doris Krüger: Wir müssen uns auf das besinnen, was wichtig ist. Die Vereine und das Ehrenamt sollten gestärkt werden. Unsere regionale Identität sollte mehr im Vordergrund stehen. Das Geld sollte nicht nur für Großprojekte ausgegeben werden. Da kann und muss gespart werden. Es ist sicher möglich, ein Hallenbad für fünf statt zwölf Millionen Euro zu bauen. Auch bei der Regionale kann noch abgespeckt werden. Die Kostenexplosion bei der Leistungssporthalle ist erschreckend. Im Jahr 2009 ging es noch um vier Millionen Euro, jetzt liegen wir bei 8,5 Millionen. Was kommt da noch? Hier muss dringend beispielsweise in Form einer Baukostendeckelung gegengesteuert werden. Darüber hinaus halte ich es für wichtig, immer mit den Bürgern im Gespräch zu sein und mich zu kümmern – etwa mit einer regelmäßigen Sprechstunde auf dem Marktplatz.

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