„Ali“ trickste zwei Wirte aus
„Magier“ in U-Haft

Lüdinghausen -

Es klingt wie in einem Märchen: Mit einem chemischen Verfahren Geldscheine vermehren. Das versprach ein Trickbetrüger, der im Kreis Coesfeld im Sommer 2014 in Senden sowie im Januar 2015 in Lüdinghausen bei zwei sogenannten „Wash-Wash“ Betrugsdelikten aktiv wurde. Jetzt konnte der Mann dingfest gemacht werden. Das teilte die Kreispolizeibehörde jetzt mit.

Dienstag, 26.05.2015, 01:05 Uhr

 
  Foto: dpa

Nach Angaben der Polizei verschaffte sich der Mann zunächst ein Vertrauensverhältnis zu zwei Restaurantbetreibern. Anschließend gaukelte er beiden vor, schwarz eingefärbte Geldnoten wieder in „echtes Geld“ verwandeln zu können. Mittels besonders „teurer Chemikalien“ und eines echten Geldscheins, der zusammen mit eingefärbtem Papier zu einem Päckchen verschnürt wurde, zauberte der „Geld-Magier“ dann nach kurzer Zeit vor den staunenden Gastwirten mehrere echte Banknoten aus dem Päckchen, beschreibt die Polizei die Vorgehensweise des Mannes.

Mit Hilfe von Bargeld, welches ihm die Gastronomen zur Verfügung stellen sollten, versprach er, deren Geldeinsatz deutlich zu vermehren. In Erwartung eines schnellen Geschäftes stellten die Geschädigten tatsächlich Geld für den „tollen Trick“ zur Verfügung. Der Täter, der sich „Ali“ nannte, erbeutete dabei in beiden Fällen einen sehr hohen Bargeldbetrag.

Nach umfangreichen Überwachungsmaßnahmen und einer abschließenden Lichtbildvorlage bei den Geschädigten konnten die Ermittler einen 45-jährigen Nigerianer aus Dortmund als dringend tatverdächtig identifizieren. Der Mann wurde zu Wochenbeginn festgenommen, er sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Von dem erbeuteten Bargeld fehlt allerdings bislang jede Spur.

Laut Bundeskriminalamt in Wiesbaden werden bundesweit nur etwa 60 ähnliche Fälle pro Jahr bekannt. „Die Dunkelziffer dieser Betrugsmasche dürfte deutlich höher sein“, so der Leiter der Kriminalpolizei im Kreis Coesfeld, Kriminaloberrat Bernd Loeffler. „Viele Betroffene schweigen aus Scham oder aus Angst, sich strafbar gemacht zu haben“.

Dabei hätten die Opfer nur eines wissen müssen: Es gibt keine schwarzen Geldscheine, die für den Transport, aus Sicherheitsgründen oder sonstigen Motiven eingefärbt werden müssen, um sie anschließend mit „teuren“ Chemikalien zu echtem Geld zu machen.

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