Reinhild Limberg – fast ein Vierteljahrhundert im Kindergarten St. Elisabeth
„Jeder Tag eine Herausforderung“

Lüdinghausen -

Ihren schon früh formulierten und gefassten Berufswunsch, Erzieherin zu werden, führt Reinhild Limberg auf ihre Kindheit zurück: „Ich war Einzelkind.“ Daher habe sie sich immer gedacht, irgendwann wolle sie „etwas mit Kindern machen“. Und das tut sie jetzt bereits seit 43 Jahren – zunächst 19 Jahre in der Kinderheilstätte Nordkirchen und seit 1991 im Kindergarten St. Elisabeth. Diese Einrichtung leitet sie seit Februar 1994. Am kommenden Freitag wird die 63-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Und sie weiß schon jetzt: „Mir fällt es schwer, hier wegzugehen.“

Dienstag, 16.06.2015, 09:06 Uhr

Nach 24 Jahren verlässt Reinhild Limberg (Mitte) den Kindergarten St. Elisabeth und geht in den Ruhestand. Am kommenden Freitag wird sie auch offiziell verabschiedet.
Nach 24 Jahren verlässt Reinhild Limberg (Mitte) den Kindergarten St. Elisabeth und geht in den Ruhestand. Am kommenden Freitag wird sie auch offiziell verabschiedet. Foto: wer

Die Arbeit in der Kinderheilstätte habe sie sehr geprägt, erzählt Reinhild Limberg – „dieser selbstverständliche Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung“. Und mit dieser „Vorbildung“ kam sie 1991 als Integrationskraft in die katholische Einrichtung in Lüdinghausen , die sieben Jahre später zur „Schwerpunkteinrichtung für gemeinsame Erziehung“ wurde. Seit 2008 ist die Einrichtung als Familienzentrum zertifiziert.

Mit nicht ganz unkritischen Blick resümiert Reinhild Limberg die Veränderungen der vergangenen Jahre. Die Aufgabe, Kinder von unter einem Jahr bis zu sechs Jahren zu betreuen und zu begleiten, bedeute für sie und ihre Mitarbeiterinnen „einen großen Spagat“. Aber: „Das ist eine spannende Arbeit, die ganz viel Herzblut erfordert. Das ist mehr als ein Job, das ist eine Aufgabe.“ Und der habe sie sich immer wieder gerne gestellt. Mangelnde Anerkennung und Wertschätzung für diese Arbeit hat sie nie wahrgenommen. „Uns wird viel Wertschätzung entgegengebracht“, sagt Reinhild Limberg – von den Eltern wie auch dem Träger, der Kirchengemeinde St. Felizitas. Auf die habe sie sich immer verlassen können, blickt sie zufrieden zurück. Obwohl sie nie jemand gewesen sei, die mit Kritik hinter dem Berg gehalten habe. Aber: „Wir sind aufeinander zugegangen und haben immer eine Lösung gefunden.“

Mit den Jahren seien immer mehr auch administrative Aufgaben auf die Erzieherinnen zugekommen – vor allem im Bereich der zeitraubenden Dokumentation. Doch die, so Limberg, dürfe nicht zu Lasten der Betreuung der Kinder gehen.

Kinder bräuchten heute mehr Unterstützung und Zuwendung, beschreibt die Kindergartenleiterin ihre Erfahrung. Waren Kinder früher nur bis mittags in der Einrichtung, kämen heute die ersten schon um 7 Uhr und blieben manchmal bis 16.30 Uhr. „Wir sind kein Familienersatz, wir ergänzen die Familie. Vater und Mutter sind nicht zu ersetzen“, sagt Reinhild Limberg, die selbst zwei erwachsene Kinder hat, bestimmt.

Rückblickend stellt sie fest: „Die Arbeit hier war immer eine Herausforderung für mich und meine Kolleginnen – jeden Tag.“ Schließlich hätten sie es mit 84 kleinen Individuen zu tun.

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