Bürgermeisterkandidatin im Heimathaus
„Ritt durch die Instanzen“

Lüdinghausen -

„Das war ein Ritt durch die Instanzen“, kommentierte Diskussionsleiter Eckart Grundmann am Montagabend zum Abschluss einer knapp zweistündigen Veranstaltung die Themenpalette, die Doris Krüger an diesem Abend bewältigte. Ins Heimathaus hatten UWG, Grüne und SPD eingeladen, wo sich die Bürgermeisterkandidatin im Rahmen einer ersten von insgesamt drei Veranstaltungen präsentierte. Finanzen, Hallenbad, Ehrenamt, Marktplatz, Regionale, Vereinsleben – sämtliche aktuellen Themenfelder wurden von der Kandidatin angeschnitten. Die persönlichen Attacken auf Amtsinhaber Richard Borgmann fehlten natürlich auch nicht. . . 

Mittwoch, 29.07.2015, 06:07 Uhr

Gut besucht war die Veranstaltung, zu der UWG, Grüne und SPD ins Heimathaus eingeladen hatten. Zu den Besuchern zählten aber auch viele Mitglieder der drei veranstaltenden Parteien.
Gut besucht war die Veranstaltung, zu der UWG, Grüne und SPD ins Heimathaus eingeladen hatten. Zu den Besuchern zählten aber auch viele Mitglieder der drei veranstaltenden Parteien. Foto: west

„Wir leben seit Jahren über unsere Verhältnisse“, stellte Doris Krüger gleich zu Beginn ihrer „Regierungserklärung“ fest. Die Fachfrau für Finanzen – Doris Krüger ist Juristin in der Gemeindeprüfungsanstalt – stieg mit der finanziellen Situation der Stadt Lüdinghausen ein. Sie bezweifelte, wie die Stadt die aktuellen 30-Millionen-Investitionen finanzieren könne. „Mit dem Baugebiet Höckenkamp ist die große Zeit der Grundstücksverkäufe endgültig vorbei.“ Sie kündigte als Alternative zu den aktuell geplanten Ausgaben einen Sparkurs an – sämtliche dauerhaften Ausgaben müssten überprüft werden. 20 Prozent der Ausgaben sollten auch bei der Regionale eingespart werden. Die Kosten für die Leistungssporthalle müssten gedeckelt werden. Als nicht akzeptabel bezeichnete die Kandidatin eine Sanierung des Hallenbades für 13 Millionen Euro. Sie vermisse bei diesem Thema „nachhaltige Überlegungen“.

Die Stärken einer Citta-Slow-Stadt zu fördern, war ein grundlegendes Postulat der Kandidatin: die Förderung des Ehrenamtes und der Vereine, Baulücken-Schließung statt Neubaugebiete, einen Jugendtreffpunkt „wie früher in der Burg“, den Leerständen an Wohnungen und Geschäften entgegen wirken. Gerade mit Blick auf die Innenstadt-Situation äußerte Doris Krüger heftige Kritik an Richard Borgmann : Er müsse sich mehr um die City kümmern. Sie persönlich wurde eine Bürgersprechstunde auf dem Markt anbieten, „statt aus dem zweiten Stockwerk zu regieren“. Angesichts der Örtlichkeit hatte Doris Krüger auch ein Bonbon für alle Lokalpatrioten parat: „Ich habe den Eindruck, dass Seppenrade abgehängt wird“, gab sie die „Inhalte meiner Hausbesuche“ wider.

Im Rahmen der abschließenden Diskussionsrunde wurde auch das Thema Windenergie angesprochen. Doris Krüger sprach sich grundsätzlich für die Windkraft und die Ausweisung entsprechender Zonen aus, „aber es darf nicht dazu führen, dass Nachbarschaften entzweit werden“.

„Ich werde niemandem versprechen, dass ich alle Probleme lösen kann. Aber ich werde es versuchen“, kündigte Doris Krüger abschließend ihren Regierungsstil an.

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