Sondersitzung des Stadtrates
Drei Mal abgeblitzt

Lüdinghausen -

Einen „politischen Grundsatzbeschluss“ wollte die UWG in der Sondersitzung des Rates am Dienstagabend herbeiführen, betonte Ratsfrau Susanne Wischnewski. „Neubau statt Sanierung“: Dieser Antrag in Sachen Klutensee-Bad stand auf der Tagesordnung – und wurde mit den Stimmen von CDU, FDP und der des Bürgermeisters abgelehnt.

Donnerstag, 20.08.2015, 07:08 Uhr

Sondersitzung des Rates – ein unnötiger Kampf gegen Windmühlen.
Sondersitzung des Rates – ein unnötiger Kampf gegen Windmühlen. Foto: Heinrich Schwarze-Blanke

Unterstützung fanden die Unabhängigen bei SPD und Grünen. Einig waren sich alle Parteien nur in einem Punkt: Lüdinghausen brauche auch künftig ein funktionstüchtiges Hallenbad.

Die UWG plädierte in Einklang mit Grünen und SPD für einen Neubau, der sich „mindestens an der Sicherstellung des Schul- und Vereinsschwimmens orientieren“ sollte. Dieser sollte neben dem alten Bad realisiert werden, damit es in Lüdinghausen nicht zu einer Bad-losen Zeit komme. Hubertus Voß-Uhlenbrock (SPD) wollte, dass sich die Bad-Planungen nur noch auf die kostengünstigsten Varianten konzentrierten. „Wir haben belastbare Zahlen“, unterstützte er den Neubau-Gedanken.

Überrascht vom Vorstoß der UWG zeigte sich Bernhard Möllmann ( CDU ). Sei doch im Fachausschuss beschlossen worden, dass erst einmal über alle von dem Planungsbüro vorgestellten Varianten beraten werden sollte. Auch FDP-Fraktionssprecher Gregor Schäfer betonte, er sehe „keine Eile, jetzt einen solchen Beschluss zu fassen“.

Den von Michael Spiekermann-Blankertz (SDPD) ins Spiel gebrachten Gedanken, die Stadt solle mit der gemeinde Nordkirchen, dort ist das Hallenbad jüngst geschlossen worden, aufnehmen, um an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten, griff Bürgermeister Richard Borgmann auf. Er warnte daher vor einem Schnellschuss bei der Entscheidung über das eigene Bad.

Kontrovers ging es auch bei der Debatte um das Bieterverfahren für das Kino-Grundstück zu (WN berichteten). Willi Kortmann (Grüne) fragte etwa, welche Handhabe die Stadt habe, wenn etwa das Kino nicht mehr betrieben werden könne. SPD-Fraktionssprecher Michael Spiekermann-Blankertz bemängelte, dass das Verfahren in der vorliegenden Form nicht nur fehlerhaft sei, sondern auch durch „irreführende Vorgaben“ mögliche Investoren „diskriminiert“ würden. Daher forderte die SPD eine Änderung der entsprechenden Passagen des europaweiten Bieterverfahrens. Im WN-Gespräch erklärte am Mittwoch Bürgermeister Richard Borgmann allerdings, das Verfahren sei von zwei Fachbüros begleitet und für korrekt befunden worden.

Auch bei der Frage nach dem künftigen Zuschnitt der Geschäftsbereiche des Beigeordneten blitzten SPD, Grüne und UWG ab. Diese sollen erst nach der Bürgermeisterwahl am 13. September festgelegt werden, entschied die Ratsmehrheit.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3454875?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F4849097%2F4849102%2F
Lob kommt sogar vom CDU-Oberbürgermeister
Oberbürgermeister Markus Lewe (v.r.) begrüßte die SPD-Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson, die kommissarische SPD-Chefin Malu Dreyer und deren Mann Klaus Jensen.
Nachrichten-Ticker