„Stiftung Burg Kakesbeck“ gegründet
„Sein Lebenswerk“

Lüdinghausen -

„Als wir vor 45 Jahren angefangen haben, wussten wir nicht, was auf uns zukommt“, blickte Dr. Wilfried Grewing zurück, als am Dienstagnachmittag Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke ihm und seiner Frau die Anerkennungsurkunde für die „Stiftung Dr. Wilfried und Hildegard Grewing – Burg Kakesbeck“ überreichte. Denn noch immer sehen wesentliche Teile der großzügigen Anlage ihrer Restaurierung entgegen.

Mittwoch, 09.09.2015, 09:09 Uhr

Regierungspräsident Reinhard Klenke  (Mitte) überreichte die Anerkennungsurkunde zur „Stiftung Burg Kakesbeck“ an Hildegard und Wilfried Grewing.
Regierungspräsident Reinhard Klenke  (Mitte) überreichte die Anerkennungsurkunde zur „Stiftung Burg Kakesbeck“ an Hildegard und Wilfried Grewing. Foto: wer

Und so war denn auch der Ort der Überreichung der Urkunde im Rittersaal geradezu symbolisch für das, was noch alles zu tun ist: Noch in diesem Herbst soll der Boden eine Heizung erhalten und gefliest werden. Zugleich ließ sich für die Besucher der Veranstaltung erahnen, wie viel Burgherr Wilfried Grewing an Arbeit und auch Geld schon investiert hat.

Der Regierungspräsident bezeichnete das Engagement des 87-Jährigen als „sein Lebenswerk“. Das Ehepaar Grewing hatte die unter Denkmalschutz stehende, marode Burg Kakesbeck 1971 erworben. Ihre Ursprünge liegen um das Jahr 800. Gerne verweist Grewing auch auf die vielen archäologischen Funde, die im Lauf der Zeit rund um die Anlage gemacht wurden. Einige wenige waren am Dienstag in einer Vitrine ausgestellt.

Ziel der Stiftung sei es, den Erhalt der Burg auch künftig zu sichern, betonten Klenke und Grewing. Die Wehranlage soll denkmalgerecht – möglichst originalgetreu – wieder hergestellt und gepflegt werden. Dem Stiftungsvorstand gehören als Vorsitzende das Ehepaar Grewing und die Lüdinghauser Hans Spöde und Klaus Bertelsbeck sowie der Sendener Architekt Bernd Sparenberg an. Das Vermögen der Stiftung besteht größtenteils aus Immobilien und Grundvermögen – unter anderem in Essen. Auch Bürgermeister Richard Borgmann würdigte den Einsatz Grewings für den Erhalt der Burg. Und wusste zugleich auch, welche enormen finanziellen Mittel dafür nötig sind. Schließlich sei die Stadt Lüdinghausen mit der gleichnamigen Burg ja selbst Burgherrin.

In seinem Schlusswort nannte Wilfried Grewing einen der Gründe, für die Einrichtung der Stiftung: „Wir wollen den Menschen etwas zurückgeben.“ Die Burg soll einmal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Zugleich schlug er vor dem Hintergrund eigener Kriegserlebnisse den Bogen zur Lage der vielen Kriegsflüchtlinge aus Syrien in Deutschland. Auch ihnen müsse etwas gegeben werden. Er regte dazu die Gründung eines Netzwerks der Hilfe an. „Jeder kann etwas tun“, so Grewing.

Auf Dauer seien das Land und die Kommunen mit diesen immensen Aufgaben überlastet. Aber bei gezielter Ansprache sei „jeder Westfale“ zweifellos zu helfen bereit. So könnte man etwa versuchen, für jede Flüchtlingsfamilie einen Paten zu finden.

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