Bahnstrecke Dortmund-Gronau besteht seit 140 Jahren
Mit dem Stahlross unterwegs

Bezirk Lüdinghausen -

Vor 140 Jahren wurden die Schienenstrecken von Münster und von Dortmund nach Gronau (Westf) eingeweiht und für den Verkehr freigegeben. Die Strecke von Gronau (Westf) nach Enschede folgte am 15. Oktober 1875.

Freitag, 02.10.2015, 22:10 Uhr

„Ich komme“ heißt es auf dieser historischen Postkarte. Abgebildet ist eine preußische Lok, wie sie auch bei den Jubiläumstouren am Sonntag zum Einsatz kommen wird.
„Ich komme“ heißt es auf dieser historischen Postkarte. Abgebildet ist eine preußische Lok, wie sie auch bei den Jubiläumstouren am Sonntag zum Einsatz kommen wird. Foto: Sammlung Dr. Hörnemann

Nach dem von Deutschland gegen Frankreich gewonnenen Krieg 1870/71 tauchten überall Bahnbauprojekte auf, darunter auch eines, das sich die Abfuhr von Kohle aus dem Ruhrgebiet nach Holland zur Aufgabe stellte. Die Strecke Dortmund-Gronau-Enschede bildete den kürzesten Weg für Kohlentransporte nach der Textilindustrie des nordwestlichen Westfalen und nach Holland. Die Dortmund-Gronau-Enscheder Eisenbahn-Gesellschaft (Konzessionierung 1872) begann 1874 nach langwieriger Projektierung und Sicherstellung der Finanzen (die Strecke Dortmund - Enschede sollte am Ende circa sieben Millionen Taler kosten) mit dem Bau einer Bahnstrecke von Dortmund über Gronau bis Enschede, heißt es in einem Bericht von Daniel Hörnemann , dem Schriftführer der „Einsenbahnfreunde Alter Bahnhof Lette“.

Das Teilstück Dülmen-Ost über Merfeld und Lette nach Coesfeld wurde am 1. August 1875 fertiggestellt. Die Gesamtstrecke war ab 30. September 1875 befahrbar. Sie hatte eine Gesamtlänge von 98,90 Kilometern.

Vor 140 Jahren, am 30. September 1875, wurden die Schienenstrecken von Münster und von Dortmund nach Gronau (Westf) eingeweiht und für den Verkehr freigegeben. Die Strecke von Gronau (Westf) nach Enschede folgte am 15. Oktober 1875. Anlässlich des 140-jährigen Streckenjubiläums der heutigen Bahnlinien RB 64 Münster – Enschede und RB 51 Dortmund – Enschede bietet der Zweckverband SPNV Münsterland (ZVM), unterstützt von der DB Regio NRW und Eisenbahnfreunden aus dem Münsterland, am Sonntag (4. Oktober) Dampfzugfahrten in der Relation Münster Hbf – Steinfurt – Gronau – Coesfeld – Dülmen an. Zum Einsatz kommt die 1923 gebaute Dampflok 78 468, die bis 1966 häufig im Münsterland vor Personen- und Güterzügen anzutreffen war.

Das Eisenbahnmuseum „Alter Bahnhof Lette“ hat pünktlich zum Jubiläumstag bereits ab 12 Uhr geöffnet. Bis 18 Uhr können Besucher das Museum und den Modellbahnkeller besuchen, Fahrten mit der Handhebeldraisine durchführen oder überzählige Zuglaufschilder, Eisenbahnbücher und -zeitschriften von den Vereinsmitgliedern erwerben. Die Ausstellung historischer Eisenbahnuniformen ist an diesem Sonntag letztmals geöffnet. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Tipp: Wer den Dampfzug benutzt, kann um 12.24 Uhr aussteigen und für etwa eine Stunde den Bahnhof Lette besuchen. Um 13.36 Uhr fährt der Dampfzug zurück Richtung Gronau. Für die Fahrt mit dem Dampfzug am Sonntag ist kein besonderes Ticket erforderlich. Es gelten die auch für die RB 51 und RB 64 gültigen Tickets. Tickets sind erhältlich etwa an den Automaten an den Bahnhöfen Münster Hbf, Coesfeld und Dülmen, den bekannten Verkaufsstellen oder direkt im Zug beim Schaffner.

Die Dortmund-Gronau-Enscheder-Eisenbahn besaß 1880 102 Kilometer Baulänge mit einem Anlagekapital von 18 106 089 Mark (176 974 Mark pro Kilometer Bahnlänge).

Die Bahnstrecke diente dem Personenverkehr, der schnellen Beförderung von Arbeitern nach dem Ruhrgebiet, vor allem nach Dortmund, dann natürlich auch dem langsameren Güterverkehr. 1875 verkehrten drei Zugpaare täglich auf der Strecke.

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