Verärgerung über „Verunglimpfung“ durch die Opposition
Kino-Projekt: Austrup zieht sich zurück

Lüdinghausen -

Steht das Kino-Projekt vor dem Aus? Diese Frage drängt sich nach der Sitzung des Stadtrates vom Donnerstagabend auf. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung stellte sich nämlich heraus, dass der Lüdinghauser Bauunternehmer Bernhard Austrup sich als Investor nicht an dem Bieterverfahren der Stadt Lüdinghausen beteiligt hat. Und: Nach WN-Informationen verknüpft der einzige verbliebene Interessent Bedingungen, die kaum zu realisieren scheinen. „In Schockstarre“, so ein Stadtverordneter, sei der Stadtrat verfallen, nachdem Bürgermeister Richard Borgmann den Stand der Dinge erläutert hatte.

Samstag, 24.10.2015, 11:10 Uhr

So sah der Entwurf des Kinos bisher aus. Ob der verwirklicht wird?
So sah der Entwurf des Kinos bisher aus. Ob der verwirklicht wird? Foto: Seiler-Rüdiger Architekten

Gegenüber den WN gab sich Borgmann zugeknöpft und verwies darauf, dass es sich um eine Information im nichtöffentlichen Teil der Sitzung gehandelt habe. Am 12. November in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses werde er ausführlich informieren.

Bislang hatte sich Investor Bernhard Austrup intensiv für das Kino-Projekt zwischen dem Bekleidungshaus Bruno Kleine und der Stadtfeldstraße engagiert. Die bisherigen Pläne sahen sehr konkret aus. Neben dem Kino sollte ein Rewe-Markt für eine „Quersubventionierung“ des Projekts sorgen. Dass er sich jetzt an dem vom Stadtrat geforderten Bieterverfahren für den Verkauf des Grundstückes nicht mehr beteiligte, überraschte den Stadtrat. Schließlich war die vom Rat verabschiedete Projektbeschreibung auf das ursprüngliche Vorhaben maßgeschneidert.

Dass er sich nicht an dem Verfahren beteiligt habe, bestätigte Bernhard Austrup gestern gegenüber den Westfälischen Nachrichten . Der Investor zog damit die Konsequenzen aus der insbesondere im Wahlkampf heftig geführten Debatte. Kontrovers diskutiert war während der Wahlkampfphase insbesondere über den Kaufpreis für das Grundstück. Die Opposition hatte Bürgermeister Borgmann vorgeworfen, durch einen zu niedrigen Preis das Projekt zu subventionieren. „Wir sind im Wahlkampf beschimpft worden. Die Opposition hat uns dargestellt, als wenn wir die Stadt ausnehmen wollten. So lassen wir nicht mit uns umspringen“, äußerte sich Bernhard Austrup gestern „verschnupft“ über den Umgang mit ihm als Investor. Beträge von einer Million Euro waren im Gespräch. Der Unternehmer habe viel Zeit, Engagement und Geld in das Projekt gesteckt. Von der Politik fühlt er sich ausgebremst und verunglimpft.

Ist das das letzte Wort? Darauf wollte sich der Bauunternehmer gestern im Gespräch mit den WN nicht festlegen. Zwar habe er sich aus dem Verfahren zurückgezogen, „aber wir sind ja nicht aus der Welt“, räumte er eine gewisse Gesprächsbereitschaft ein.

Die wird es auch wohl geben müssen, denn ob der einzige Bieter, der sich an dem Verfahren zum Grundstücksverkauf beteiligte, zum Zuge kommt, erscheint fraglich. Zwar wollte Borgmann die WN-Information nicht bestätigen, aber der Investor will neben dem Kino einen Supermarkt mit 3000 Quadratmeter Nutzfläche errichten. Doch einen zweiten Marktkauf will wohl niemand im Stadtrat.

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