Krankenschwester Angelika Liebsch will Gesundheits-Netzwerk aufbauen
Anlaufstelle für kranke Flüchtlinge

Lüdinghausen -

Um die Verbesserung der medizinischen Versorgung der in Lüdinghausen lebenden Flüchtlinge will sich Angelika Liebsch kümmern. Neuerdings arbeitet sie mit einer 450-Euro-Stelle im Arbeitskreis Asyl mit. Ihr Ziel ist der Aufbau eines Gesundheits-Netzwerks.

Mittwoch, 04.11.2015, 08:11 Uhr

Mit einem Lächeln ist es nicht getan. Das weiß Angelika Liebsch nur zu gut, arbeitet sie doch seit vielen Jahren ehrenamtlich beim Arbeitskreis Asyl. Jetzt wird sie sich auch hauptamtlich mit der mediziinischen Versorgung der Flüchtlinge beschäftigen.
Mit einem Lächeln ist es nicht getan. Das weiß Angelika Liebsch nur zu gut, arbeitet sie doch seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung. Jetzt wird sie sich auch hauptamtlich mit der mediziinischen Versorgung der Flüchtlinge beschäftigen. Foto: ben

Angelika Liebsch engagiert sich schon seit vielen Jahren bei der Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden in der Betreuung von Asylsuchenden. Als gelernte Krankenschwester liegt ihr Augenmerk dabei naturgemäß auf der gesundheitlichen Versorgung der Flüchtlinge. Um diese angesichts der steigenden Zahl zu verbessern und gleichzeitig auch die Arztpraxen zu entlasten, möchte die 56-Jährige jetzt eine Art Netzwerk aufbauen – gemeinsam mit den hiesigen Ärzten, Therapeuten, Apotheken und Krankenhäusern.

Zu diesem Zweck hat sie ihre Arbeitszeit im Alexianerkrankenhaus in Münster reduziert und arbeitet seit dem 1. November mit einer 450-Euro-Stelle bei der Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden. „Es sind nicht nur Sprachprobleme, vor denen Flüchtlinge ebenso wie Mediziner häufig stehen“, weiß die Fachkraft aus ihrer langjährigen Erfahrung. Da geht es darum, ob ein Arztbesuch überhaupt angezeigt ist, welche Praxis Kapazitäten frei hat, oder auch um ganz praktische Dinge, wie zum Beispiel einen Arzttermin zu vereinbaren und falls nötig die Begleitung durch einen Dolmetscher zu organisieren.

Geplant ist ein wöchentlicher Beratungstermin, wahrscheinlich mittwochnachmittags, in den Räumen des Integrationsbeauftragten Sekou Toure an der Mühlenstraße. Dort möchte die Krankenschwester auch die Möglichkeit einer ersten Voruntersuchung anbieten. „Dazu hat mir die Marktapotheke zum Beispiel Messgeräte für Blutdruck, Blutzucker und Fieber zur Verfügung gestellt“, nennt Liebsch schon einen ersten Baustein ihres Netzwerks.

Ein weiterer Schwerpunkt soll die Betreuung der Flüchtlingskinder werden, die künftig hier zur Schule gehen. „Sie alle benötigen einen Untersuchungstermin beim Gesundheitsamt, dazu müssen von den Familien im Vorfeld medizinische Fragebögen ausgefüllt werden. Auch dabei werde ich helfen.“

Mit ihrer Zusatzqualifikation als Fachkrankenschwester in der Psychiatrie ist Angelika Liebsch zudem auch für ein anderes, großes Thema in der Gesundheitsversorgung von Kriegsflüchtlingen sensibilisiert: „Viele dieser Menschen haben Schreckliches erlebt, in ihrer Heimat oder auch auf der Flucht. Das führt bei vielen zu posttraumatischen Belastungsstörungen mit Symptomen wie Depressionen, Angst- oder Schlafstörungen.“ Da würde sich Liebsch wünschen, Therapeuten verschiedener Fachrichtungen mit ins Boot zu holen, um auch diesen Menschen fachliche Hilfe und – wenn nötig – Therapie anbieten zu können.  

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