Vortrag über die „Nachbarn von nebenan“
Geschichte aus Riga

lüdinghausen -

„Im Westen nichts Neues, aber im Osten viel Neues“, so begann Winfried Nachtwei am vergangenen Mittwochabend (27. Januar) seinen Vortrag in Anlehnung an den bekannten Antikriegs-Roman von Erich Maria Remarque. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und das Vorstandsmitglied vom Verein „Gegen Vergessen – für Demokratie“ hielt diesen über die Deportation der Juden zu Zeiten des Nationalsozialismus. Die von der Fachschaft Geschichte organisierte Veranstaltung lockte viele interessierte Erwachsene, aber auch Schüler in die Aula des St. Antonius-Gymnasiums.

Donnerstag, 28.01.2016, 17:01 Uhr

Interessiert lauschten die Zuhörer dem Vortrag von Winfried Nachtwei (kleines Bild).
Interessiert lauschten die Zuhörer dem Vortrag von Winfried Nachtwei (kleines Bild). Foto: heck

Ziel sei es, „aus der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft zu lernen“, teilte Jörg Schürmann, stellvertretender Schulleiter, mit.

So berichtete Winfried Nachtwei sehr detailliert und engagiert über seine Spurensuche in Riga. Er beschrieb die Neuigkeiten im Osten um 1940 und schilderte viele Einzelschicksale von Familien aus dem Münsterland. Aber auch über Retter der Juden berichtete er ausführlich. Er unterstützte seine Berichte mit eigenen Erfahrungen, die er vor Ort gemacht hatte, und mit aussagekräftigen Bildern. Zum Teil waren diese sogar Originalaufnahmen.

Außerdem ging er auf die Errichtung der Gedenkstätte in Riga im Wald von Bikernieki ein. Er sagte, unter den vielen Steinen könne man keine einzelnen Menschen ausmachen, aber sie hätten die „Assoziation von Familie“.

Des weiteren machte er die Absicht des Riga-Komitees, einem Städtebündnis, das sich stark für eine Gedenkstätte in Riga eingesetzt hat, deutlich. Es setze sich dafür ein, ein „lebendiges Band der Geschichte zu bilden“, so Nachtwei.

Zum Schluss wies er, gerade auch wegen der vielen jungen Zuhörer, auf die Workcamps für Jugendliche hin. In Riga werden gemeinsam Gräber gepflegt und in der Geschichte geforscht, sodass laut Nachtwei „Brücken der Erinnerung zwischen den Generationen und Nationen entstehen“.

Eine Führung durch die Ausstellung „Bikernieki – Wald der Toten“ im Foyer des St. Antonius-Gymnasiums wird von Schülern des Leistungskurses Geschichte noch bis zum 10. Februar (Mittwoch) angeboten.

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