Marie Probst machte erst am Anton ihr Abitur und arbeitet dort nun als „Bufdi“
Von der Schulbank ins Lehrerzimmer

Lüdinghausen -

Es ist noch kein Jahr her, da hat Marie Probst das Gebäude des altehrwürdigen St.-Antonius-Gymnasiums so betreten, wie all ihre Mitschüler: Mal gut gelaunt und „locker drauf“, weil es nur ein ganz normaler Schultag war, mal angespannt bis ängstlich, wenn eine wichtige Klausur oder Prüfung anstand.

Donnerstag, 11.02.2016, 16:02 Uhr

In der Übermittagsbetreuung hilft Marie (l.) nicht nur bei den Hausaufgaben, sondern malt, bastelt und spielt auch mit den Schülern. Vormittags unterstützt sie die Lehrkräfte in den Inklusionsklassen.
In der Übermittagsbetreuung hilft Marie (l.) nicht nur bei den Hausaufgaben, sondern malt, bastelt und spielt auch mit den Schülern. Vormittags unterstützt sie die Lehrkräfte in den Inklusionsklassen. Foto: ben

Doch die Zeiten sind vorbei. „Wenn ich heute zur Schule komme, freue ich mich jeden Tag auf meine Aufgaben!“ Gemeint ist ihre neue Aufgabe als erster „Bufdi“ (Bundesfreiwilligendienst) am Anton. Direkt nach ihrem Abitur im vergangenen Sommer hat sie sich für die neu geschaffene Stelle beworben. Kein Wunder, will die 19-Jährige doch mal Lehrerin werden. „Im Pädagogikunterricht haben wir von der Bufdi-Stelle erfahren. Da war mir sofort klar, dass ich mich dafür bewerbe.“ So eine ideale Möglichkeit schon mal in den Wunschberuf hineinzuschnuppern, wollte sich die pfiffige Olfenerin nicht entgehen lassen. Zumal sie ja die Schule und auch die Lehrer aus ihrer Schulzeit schon bestens kannte.

Obwohl, ist das nicht auch ein bisschen komisch, jetzt mit den früheren „Paukern“ plötzlich zusammen zu arbeiten? „Nur ganz am Anfang war das ein seltsames Gefühl“, erinnert sie sich, „aber dann hat sich das ganz schnell eingespielt, besonders weil mich alle so nett aufgenommen und mir immer alle Fragen beantwortet haben.“

Marie arbeitet vormittags in den beiden Inklusionsklassen des Antons mit. Dort unterstützt sie die Lehrkräfte bei der Unterrichtsvorbereitung, aber auch bei der Betreuung einzelner Schüler während des Unterrichts. „Das ist ein sehr spannende Aufgabe, die mir ungeheuer viel Spaß macht!“

Nachmittags wechselt sie zur Übermittagsbetreuung. Dort entlastet sie Gudrun Rosentreter bei der Betreuung der zurzeit elf Jungen und Mädchen aus den Klassen 5 bis 7. Von Montag bis Donnerstag ist die ÜBM bis maximal 16 Uhr geöffnet. Zuerst wird zusammen zu Mittag gegessen, dann geht es in die Räumlichkeiten in der ersten Etage im Altbau. „Wir haben hier einen Unterrichtsraum, wo die Kinder ihre Schulaufgaben machen können. Dabei beaufsichtige ich sie und helfe natürlich auch, wenn sie Fragen haben“, erzählt Marie. Nach den Hausaufgaben gehört der Nachmittag allen möglichen Freizeitbeschäftigungen, die den Schülern Spaß machen. „Wir basteln oder malen zusammen, spielen Brettspiele oder sind auch bei schönem Wetter draußen. Da wird dann auch mal Fußball gespielt.“ Fast schon traurig ist sie, wenn sie an das nahende Ende ihrer Bufdi-Zeit am Anton denkt. „Aber ich werde diese vielen schönen Erfahrungen mit in meine Studienzeit nehmen“, ist sie sich sicher.

Und dass sie später mal eine tolle Lehrerin werden wird, davon ist auch Schulleiterin Elisabeth Hüttenschmidt überzeugt: „Marie ist ein Geschenk für uns. Die Schüler lieben sie einfach und auch die Lehrer sind von ihrer offenen herzlichen Art begeistert.“ Hört sich ganz so an, als könnte es für Marie auch nach ihrem Studium auf Lehramt wieder Platz am Anton geben . . . 

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