Abgewandelte Lutherzitate auf dem Auto
Lüdinghauser wegen Gotteslästerung verurteilt

Lüdinghausen -

Zu einer Bewährungsstrafe von 30 Tagessätzen à 100 Euro wurde am Donnerstag vor dem Amtsgericht der Lüdinghauser Albert V. verurteilt. Hinzu kommt ein Verwarnungsgeld von 500 Euro. Die Strafe wird für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt. Verurteilt wurde der 67-Jährige wegen „Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen“ – landläufig als „Gotteslästerung“ bezeichnet.

Donnerstag, 25.02.2016, 12:02 Uhr

Albert V.im Gespräch mit seinem Anwalt.
Albert V. im Gespräch mit seinem Anwalt. Foto: wer

Der pensionierte Lehrer bringt seit August 2014 unter anderem abgewandelte Bibelsprüche und Lu­therzitate auf der Heckscheibe seines Autos an und fährt damit als „Spruchtaxi“ durch die Straßen. Im Oktober 2015 wurde er deshalb angezeigt, die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlung nach § 166 Strafgesetzbuch auf.

In der Verhandlung äußerte sich V., dass er lediglich aufklärend wirken und zum Nachdenken anregen wolle. Sein Anwalt sah die Sprüche als durch den Grundgesetzartikel 5 – der Schutz der freien Meinungsäußerung – gedeckt und forderte einen Freispruch. Dem folgte die Richterin nicht, vielmehr sah sie das religiöse Empfinden gestört und folgte im Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft. Nach der Urteilsverkündung erklärte der Anwalt des Angeklagten, man werde in jedem Fall in Berufung gehen.

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